taz.de -- Geflügelseuche „Newcastle-Krankheit“: Tierärzt:innen im Krisenmodus
Ausnahmezustand wegen der Newcastle-Krankheit. In Brandenburg sind Tierärzte im Dauereinsatz gegen die Seuche. Bislang drei Millionen getötete Tiere.
Bild: Vor der Newcastle-Krankheit wird gewarnt
dpa | Der Ausbruch der Newcastle-Krankheit bei Geflügel hat den Landkreis Dahme-Spreewald im Südosten Brandenburgs in den Krisenmodus gestürzt. „Einen Seuchenausbruch dieser Größenordnung hatten wir in der Geschichte des Landkreises noch nicht“, sagte der Beigeordnete und Dezernent für Veterinärwesen und Verbraucherschutz, Stefan Wichary. „Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende Mai mit der Bekämpfung der Newscastle-Krankheit zu tun haben.“
Die Schutzmaßnahmen in betroffenen Betrieben sowie Hunderte Kontrollen bei anderen Geflügelhaltern seien aufwendig und für die Tierärzte eine große Belastung, sagte Wichary. Der Landkreis Dahme-Spreewald ist mit rund 1,6 Millionen getöteten Tieren bislang am stärksten in Brandenburg betroffen, vor allem in Bestensee und Königs Wusterhausen. Die hohe Zahl getöteter Tiere ist vor allem auf Ausbrüche in drei Großbetrieben zurückzuführen, so Wichary. Ein Krisenstab ist eingerichtet.
Die Newcastle-Krankheit – auch atypische Geflügelpest genannt – ist eine hochansteckende Virusinfektion. Zuletzt war die Tierseuche vor rund 30 Jahren in Deutschland aufgetreten. In Deutschland gilt für Geflügelhalter eine Impfpflicht. Wie genau das Virus in die Betriebe kommt, ist bislang nicht geklärt.
Insgesamt gab es 16 Ausbrüche in Brandenburg. Um die drei Millionen Tiere mussten sterben. Neben Dahme-Spreewald sind auch die Landkreise Oder-Spree, Spree-Neiße und Märkisch-Oderland betroffen.
Sieben Tage die Woche im Einsatz
„Die Tierärzte sind sieben Tage die Woche im Einsatz“, sagte Landkreis-Dezernent Wichary. Er schilderte aufwendige Schutzmaßnahmen der Tierarztteams. Sie müssten bei jeder Kontrolle in Schutzanzügen, Handschuhen und Fußüberziehern in die Ställe gehen. Hinterher müssten sie sich desinfizieren und auch duschen, bevor sie einen anderen Geflügelhalter aufsuchen dürften. Auch das Auto müsse jedes Mal gewaschen werden.
Duschen für die Tierarztteams stellten Kommunen inzwischen sogar in einer Feuerwehr, in Sporthallen und Firmenräumen bereit. Teils werden die Bereiche dann für die Seuchenbekämpfer abgesperrt, sagte Wichary. Auch andere Landkreise schickten Kontrollteams, praktizierende Tierärzte unterstützen die Mitarbeiter des Landkreises. Auf diese Größenordnung einer Tierseuche sei kein Veterinäramt angelegt, so der Dezernent.
2 Apr 2026
Vogelgrippe
Hühner
Seuche
ARTIKEL ZUM THEMA
Ei-Ersatz zum Osterfest: K…n … ist auch …ne Lösung
Zu Ostern werden die Eier knapp. Wie pflanzlicher Ersatz Klima, Hühnerleben und den Geldbeutel schont – und wie das Backen damit am besten gelingt.
H5N1-Virus in den Niederlanden: Kuh hat Vogelgrippe
In Europa wurden erstmals Antikörper des H5N1-Virus in einer Kuh nachgewiesen. Die Risiken sind bislang gering – warum dennoch Vorsicht geboten ist.
Vogelgrippe: Mehr als eine Million tote Tiere
Seit Mitte Oktober hat sich die Vogelgrippe rasant ausgebreitet. Im Agrarland Niedersachsen trifft das viele Betriebe hart – wieder einmal.