taz.de -- Alexandra Popp bei Borussia Dortmund: Wechseln aus echter Liebe

In Dortmund gibt es nichts mehr zu feiern? Von wegen! Alexandra Popp wird beim Spiel der Männer als Zugang des drittklassigen Frauenteams bejubelt.

Bild: Echte Liebe für den Frauenfußball: Borussia Dortmund feiert seinen Neuzugang Alexandra Popp

Einen solchen umjubelten Auftritt einer Fußballerin in der Männer-Bundesliga hat es bislang noch nie gegeben. Voller Euphorie wurde im wie immer ausverkauften Stadion von Borussia Dortmund [1][Alexandra Popp], Deutschlands bekannteste Kickerin, als Neuverpflichtung für das derzeit noch drittklassige Frauenteam willkommen geheißen. Das war die spektakulärste Nachricht vom Spiel der Männer gegen den FC Augsburg.

Die 145-malige Nationalspielerin will dabei helfen, die Borussinnen in die Erste Liga zu führen. Das sind Geschichten, die nur noch der Frauenfußball schreibt. Denn nicht die großen sportlichen Perspektiven oder das Geld haben Popp zu diesem Wechsel bewegt. Es ist echte Liebe. Schon im Kindesalter, berichtete die 34-Jährige, habe sie mit Trikot und Mütze im damaligen Westfalen-Stadion den Männern die Daumen gedrückt.

Eigentlich hätte man vermuten können, dass sie zumindest den Aufstieg der Borussinnen in die Zweite Liga abwarten würde. Popp erklärte, sie wolle sich nicht ins gemachte Nest setzen. Genau diese Strategie scheint unterdessen Borussia Dortmund zu verfolgen. Erst einmal wurde abgewartet und seitdem klar ist, dass das Wachstum im Fußball der Frauen verlässlich nach oben geht, intensiviert der Klub seine Anstrengungen. Erstmals haben Fußballerinnen von Borussia in der Saison 2021/22 gekickt. In der untersten Liga mit der Ansage, organisch wachsen zu wollen.

Davon kann nun keine Rede mehr sein. Wenige Tage vor der Verpflichtung von Popp teilte Borussia Dortmund mit, Ralf Kellermann, den erfolgreichsten Manager im deutschen Frauenfußball, der den [2][VfL Wolfsburg] zu sieben deutschen Meisterschaften und zwei Champions-League-Titeln führte, unter Vertrag genommen zu haben. Bei Borussia Dortmund will man offenkundig weit mehr, als einfach nur Erstligist zu sein.

Popp ist nicht die erste Fußballerin, die ihrer Männerfußballliebe folgt. Leonie Maier etwa, ebenfalls mehrfache deutsche Nationalspielerin, wechselte 2024 zum VfB Stuttgart in die Dritte Liga. Ein Kindheitstraum, sagte sie damals, ginge in Erfüllung.

15 Mar 2026

[1] /Abschiedsspiel-von-Alexandra-Popp/!6042757

[2] https://www.vfl-wolfsburg.de/aktuelles/frauen

AUTOREN

Johannes Kopp

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Alexandra Popp

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