taz.de -- Flüchtlingskrise in Sudan: Hart angegriffen

Es ist die größte Vertreibungskrise der Welt: In einem äthiopischen Dorf an der Grenze zu Sudan hausen Zehntausende Menschen in einem Zeltlager.

Bild: 90 Minuten Normalität: Die erste Mannschaft des Flüchtlingscamps nahe Kurmuk beim Fußballtraining

Manche Grausamkeiten dieser Welt sind so unerträglich, dass das Gehirn sie abschirmt, um denjenigen zu schützen, der sie erlebt hat. Samias Gehirn schirmt vieles vor ihr ab. „Es sind viele Dinge geschehen, aber ich erinnere mich nicht an alles“, sagt Samia über ihre Flucht aus Sudan nach Äthiopien. Samia heißt eigentlich anders. Um ihre Identität zu schützen, haben wir ihren Namen geändert.

Streifen aus schwarzer Spitze verzieren die weißen Flächen ihres fleckenfreien Gewands. Akkurat gezogene Hennabemalungen färben ihre Fingerkuppen rotbraun. Auf dem linken Ringfinger sitzt ein silberner Verlobungsring mit hellem Stein. Er zittert mit der Hand. Mit dem rosafarbenen Hidschab wischt sich Samia die Tränen aus den Augen. In zwei Tagen wird die 22-Jährige im Flüchtlingslager von Ura in der westäthiopischen Region Benishangul-Gumuz heiraten. Eigentlich sollte sie glücklich sein.

Seit anderthalb Jahren lebt Samia mit ihren Eltern und zwei Geschwistern in einer Notunterkunft mit knapp 15.000 weiteren Geflüchteten. Bis zu acht Personen hausen jeweils in Hütten aus Lehm, Plastikplanen und Wellblech auf rotem Sand. Jede Unterkunft hat eine Adresse – eine Kombination aus acht Ziffern und Buchstaben. Es gibt Stadtviertel mit den Namen „A“, „B“ und „C“. 300 Meter vor dem Lager steht die Grundschule des Dorfes Ura. Dort unterrichtet Samia, die ehemalige Medizinstudentin, Englisch.

Ihre Familie ist Opfer der [1][größten Vertreibungskrise der Welt]. Seit Beginn des Sudankrieges im April 2023 flohen fast [2][12 Millionen] Menschen vor der Gewalt – mehr als die Einwohner Portugals. Über vier Millionen von ihnen suchten Schutz in Nachbarstaaten, vor allem in Ägypten, Südsudan und Tschad. Nach Äthiopien flüchteten laut UN-Angaben knapp 180.000 Menschen.

Im Machtkampf zwischen der staatlichen Armee (SAF) und der Miliz Rapid Support Forces (RSF) töteten Bomben Samias Tante und Onkel. Auch die Großmutter starb, weil ihre Medikamente wegen des Kriegs nicht mehr verfügbar waren. Nachdem Samias Mutter wegen ihrer öffentlichen Kritik am Krieg mehrfach inhaftiert worden war, floh die Familie 2024 aus der Hauptstadt Khartum zunächst nach Damazin im Südosten Sudans.

„Die Straßen waren im Herbst sehr schlecht. Es regnete durchweg – und die Soldaten haben uns viele Probleme gemacht“, sagt sie und stockt. Die Englischlehrerin findet plötzlich keine englischen Worte mehr und muss in Arabisch fortfahren. Samias enger Freund Simon, ebenfalls geflüchtet, sitzt neben ihr und übersetzt für sie. Soldaten hätten sie vier- oder fünfmal vergewaltigt, erzählt Samia. Wie oft es genau passierte, weiß sie nicht mehr. Samia hat Erinnerungslücken, sie springt in ihrer Erzählung. Beides können Anzeichen für eine schwere Traumatisierung sein.

Die Mutter entschied schließlich, im nahe gelegenen Äthiopien Schutz zu suchen. Heute, anderthalb Jahre später, weiten sich die Kämpfe wieder aus. „Der Krieg hat im vergangenen Jahr mehrfach die Richtung gewechselt“, sagt Magnus Taylor, stellvertretender Direktor für das Horn von Afrika bei der Denkfabrik Crisis Group. „Inzwischen hat sich das Kriegsgeschehen wieder zugunsten der RSF verschoben – insbesondere seit dem Fall von El Fasher.“ Die Stadt El Fasher war der letzte große [3][SAF-Stützpunkt in Darfur] – einer politisch und strategisch bedeutenden Region in Westsudan. Mit der Einnahme der Stadt mit mehreren Hunderttausend Einwohnern nach [4][fast anderthalb Jahren] Belagerung Ende Oktober verbesserte die RSF ihre Position im Krieg und bei potenziellen Friedensverhandlungen. Vor allem die Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate für die RSF habe die Wende eingeleitet, sagt Taylor.

Gegenwärtig rückt die RSF in der südlichen Kordofan-Region vor. Am 4. Dezember töteten Drohnen [5][über hundert Menschen] in einem Kindergarten, anschließend gab es einen Angriff auf ein Krankenhaus, das die Opfer der ersten Attacke versorgte. 63 Kinder starben. Auch im Bundesstaat Blue Nile, der direkt an Äthiopien angrenzt, wurden im Dezember [6][Drohnenangriffe] gemeldet. Die Gewalt in neuen Landesteilen Sudans könnte nun neue Fluchtbewegungen nach Äthiopien auslösen, so Analyst Taylor.

Nach den Budgetkürzungen internationaler Geldgeber, darunter der Bundesregierung, und insbesondere seit die US-Amerikaner die Mittel der Entwicklungshilfe-Behörde USAID abgezogen haben, fehlt es im Flüchtlingslager im äthiopischen Ura schon jetzt am Nötigsten. „Es ist eine kritische Situation für alle UN-Organisationen, sogar für humanitäre Akteure. Es ist sehr schwierig. Wir versuchen, uns an andere Geber als die USA zu wenden“, erklärt Marie-Josee Morgan, Leiterin des UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerks der UN, in Asosa nahe Ura.

In der Warteschlange vor der Lebensmittelausgabe des Ura-Flüchtlingslagers hockt ein älterer Herr in der prallen Sonne auf dem Boden. „Manchmal warte ich drei oder vier Tage“, sagt er. Vor ihm liegt sein Gehstock. Er trägt eine lachsfarbene Jalabiya, das traditionelle lange Gewand mit weiten Ärmeln, und einen weißen Turban. Aus seiner Brusttasche holt er eine kleine Plastikkarte heraus – darauf die Logos des UNHCR und UN-Welternährungsprogramms WFP. Stanzlöcher in Herzform dokumentieren, wie viele Rationen er bereits erhalten hat. „Es gibt keine Seife, keinen Zucker, keine Milch“, klagt er. Die UNHCR-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter verteilen lediglich Hirse, Bohnen, Öl, Salz und ein Mais-Soja-Pulver, aus dem ein nahrhafter Brei hergestellt werden kann. Außerdem händigen sie jeder Person monatlich Bargeld im Wert von 2,30 Euro aus.

Das UN-Welternährungsprogramm WFP musste sein Budget 2025 gegenüber dem Vorjahr um [7][mehr als ein Drittel] reduzieren. In Ura wurden die Lebensmittel- und Bargeldausgaben im Oktober 2025 um fast ein Viertel gekürzt. Wer die Kraft dafür habe, verdiene sich in den Goldminen etwas dazu, erklärt der Mann in der Warteschlange.

„Manchmal reicht es nur bis zur Monatshälfte und dann wird es schwierig“, sagt auch Samias Freund Simon über die Lebensmittelrationen. Er ist keine 1,70 Meter groß und drahtig gebaut. Der kurze Kinnbart nimmt dem Gesicht kaum seine Jugendlichkeit. In einem kleinen Geschäft am Straßenrand verkauft Simon selbst eingekaufte Kekse, Tee, Kaffee und Zucker mit geringem Gewinn, um seine Familie besser ernähren zu können. Oft tausche er auch das Öl der WFP-Rationen gegen Hirse ein.

Verlässt Äthiopien seine neutrale Haltung?

Als Zwölfjähriger floh Simon schon einmal mit seiner Familie vor der Gewalt in Südsudan in die sudanesische Hauptstadt Khartum. Bei der zweiten Flucht trägt der 24-Jährige nun selbst die Verantwortung für vier Kinder. Er und seine Frau haben zwei Söhne. Zusätzlich zieht er die beiden Söhne seiner verstorbenen Schwester auf.

Auf dem Weg zu seiner Unterkunft ruft ihn eine Gruppe Kinder, die an einem Brunnen Wasser in bunte Kanister abfüllen. „Ich war ihr Lehrer“, erklärt Simon und winkt zurück. Er unterrichtet wie Samia an der Grundschule von Ura. Gleichzeitig besucht er aber selbst Grundschulklassen, weil sein sudanesischer Schulabschluss in Äthiopien nicht anerkannt wird. Vor dem Krieg arbeitete er nachts in einer Keksfabrik und besuchte tagsüber eine weiterführende Schule.

In seinem jetzigen Leben ist sein alter Spielerausweis des Khartumer Fußballervereins Al-Shabia Bahri wohl sein wichtigstes Besitztum. „Sie haben mich bezahlt“, sagt Simon. Er wählt wenige Adjektive in seinen ohnehin knappen Worten. Als er im kalten, schwachen Licht der einen Glühbirne seiner Unterkunft auf den Ausweis schaut, verrät sein Lächeln die Bedeutung des chipkartengroßen Dokuments. Im Flüchtlingslager spielt er im zentralen Mittelfeld des ersten Teams. Morgen treffen sie auf die Elf des Dorfes – 90 Minuten Normalität.

In Ura leben Simon und Samia in Sicherheit. Analyst Magnus Taylor glaubt allerdings, dass Äthiopien seine neutrale Haltung im Sudankrieg zugunsten der RSF-Miliz verlassen könnte. Zum einen fürchte Äthiopien einen neuen grenzübergreifenden Konflikt mit der TPLF, der ehemaligen Guerillabewegung in der nordäthiopischen Tigray-Region, die von 2020 bis 2022 Krieg gegen Äthiopiens Regierung führte. „Eine ganze Reihe von Tigrayern kämpft im Osten Sudans an der Seite der SAF“, sagt Taylor.

Außerdem habe der neue äthiopische GERD-Staudamm am Blauen Nil antagonistische Allianzen verfestigt. Im äthiopisch-ägyptischen Streit um das Nilwasser seien die SAF-Unterstützer Ägypten und Eritrea enger zusammengerückt – auf der Gegenseite aber auch Äthiopien und RSF-Unterstützer Vereinigte Arabische Emirate.

Schon seit Abiy Ahmeds Antritt als Ministerpräsident 2018 investieren die Vereinigten Arabischen Emirate intensiv in Äthiopien. Dahinter steckt ein [8][geopolitisches Interesse] am Horn von Afrika und das Bemühen, die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Ölexport zu reduzieren. Die Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea steigen auch deshalb, weil der Binnenstaat Äthiopien sein Nachbarland und ehemaligen Kriegsgegner darauf drängt, einen Zugang zu einem Hafen am Roten Meer zu bekommen. Der Streit manifestierte sich am 12. Dezember in Eritreas [9][Austritt] aus dem ostafrikanischen Staatenbündnis IGAD.

[10][Al-Jazeera] berichtete im Dezember sogar, Äthiopien bilde RSF-Kämpfer auf eigenem Territorium aus. Magnus Taylor von der Crisis Group ist skeptisch und vermutet die SAF als Quelle hinter der Anschuldigung. „Eine weniger umstrittene, weniger konfrontative Möglichkeit wäre, der SPLM-N ein gewisses Maß an Unterstützung zu gewähren“, meint Taylor. Die SPLM-N ist eine alte sudanesische Rebellenbewegung, die jetzt teilweise an der Seite der RSF kämpft.

Das umstrittene Areal, das angeblich als RSF-Ausbildungscamp genutzt werde, soll sich nahe Kurmuk befinden. Die Grenzstadt spielt eine bedeutende Rolle im Sudankrieg. Zwei Autostunden vom Ura-Lager entfernt, erstreckt sich Kurmuk über beide Seiten der äthiopisch-sudanesischen Grenze. Auf der äthiopischen Seite der Stadt endete 2024 die Flucht von Samia, Simon und fast allen anderen Geflüchteten im Ura-Lager.

Krieg kann banal aussehen. Eine etwa 15 Meter lange, schmucklose Brücke führt über die Grenze. Menschen schieben Schubkarren mit Lebensmitteln in Richtung Sudan, denn die Einkaufspreise auf äthiopischer Seite sind geringer. Im Schatten eines Baumes sitzt ein Soldat regungslos auf einem Stuhl und starrt zur Brücke, das Gewehr im Schoß.

„Wir bekamen eine kleine Portion Reis am Morgen. Wir haben nur diesen Reis gegessen. Mittags und abends gab es nichts“, erinnert sich Simon an die zwei Monate in Kurmuk. Seine Familie habe überlebt, weil er auf dem Markt als Lastenträger arbeitete. Seit Kriegsbeginn sind mindestens 120 Kinder in Kurmuk verhungert oder an fehlender medizinischer Versorgung gestorben, so Angaben der Hilfsorganisation Plan International.

Die Armut trieb viele Mädchen und Frauen in die Prostitution und viele Jungen und Männer in die gefährlichen Goldminen. Ab Juni 2024 siedelte die äthiopische Verwaltung die Hälfte der 30.000 sudanesischen Geflüchteten von Kurmuk nach Ura um. Die andere Hälfte weigerte sich und lebt seitdem ohne Unterstützung in Kurmuk. Kinderprostitution und Kinderarbeit bleiben alltäglich.

Eine gewöhnliche Kleinstadt?

An der Oberfläche sieht Kurmuk jedoch wie eine gewöhnliche ländliche Kleinstadt aus: Wo einst UNHCR-Notunterkünfte standen, vertrocknet gelbliches Gras auf kahlem Feld. In einem Geschäft sitzen Männer auf kleinen Hockern und trinken Tee. Am Straßenrand liegen Häufchen gesammelten Feuerholzes, bereit zur Abholung.

Die Flucht von Imbissbetreiber Mohamed endete vor zwei Jahren in Kurmuk. „Anders als in Sudan sind wir hier sicher“, sagt der 39-Jährige. Er lächelt warm, sein schwarzes Hemd ist mit weißen Totenköpfen bedruckt.

Fünf Kilometer weiter, im äthiopischen Landesinneren, steigen am hügeligen Horizont rötliche Staubwolken auf, Muldenkipper winden sich über Pisten. Der kanadische Konzern Allied Gold investiert 500 Millionen US-Dollar in das „[11][Kurmuk Project]“, das ab 2026 jährlich sieben bis acht Tonnen Gold fördern soll.

Links und rechts der Straße verstecken sich zahlreiche Verschläge aus Holz und Plastikplanen neben kleinen Gruben, in denen viele Geflüchtete illegal nach Goldpartikeln suchen. Dort brechen die jungen Männer oft mit Drucklufthämmern Gestein heraus, mahlen das Material und waschen es, wobei sich das schwerere Gold vom Sand absetzt.

Ein Mitarbeiter der Verwaltungsbehörde für Geflüchtete (RRS) schätzt, dass auf sudanesischer Seite 30.000 bis 40.000 Menschen auf die Wiederöffnung der Grenze und auf eine Registrierung für Geflüchtete warten. Aktuell hat die äthiopische Behörde die Registrierung angeblich deshalb geschlossen, um Dienstleistungen zu digitalisieren. Hinter vorgehaltener Hand heißt es aber, dass nach Budgetkürzungen bei der RRS Ausgaben für Geflüchtete vermieden werden sollen – obwohl wegen des Vorrückens der RSF nun sogar eher noch mehr Menschen über die Grenze fliehen könnten.

Gleichzeitig könne die gegenwärtige Schwäche der sudanesischen Regierungsarmee SAF potenziell deren Offenheit für ein Waffenstillstandsabkommen erhöhen, meint Sudanexperte Taylor. Allerdings bemühe sich Sudans Staats- und Armeechef Abdel Fattah al-Burhan nach Kräften, die SAF zusammenzuhalten. Er kämpfe an der Seite verschiedener Milizen mit unterschiedlichen und wechselnden Interessen. „Teile seiner Koalition könnten weiterkämpfen wollen, während andere an einem Waffenstillstand interessiert sind“, sagt Taylor.

Letztendlich werde dieser Krieg aber nicht in Sudan beendet: „Man muss die arabischen Unterstützer hinter diesem Konflikt, Saudi-Arabien, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate, an einen Tisch bringen“, meint Taylor.

In Ura arbeiten die Freunde Simon und Samia derweil an ihrer eigenen Zukunft und der ihrer Schüler. Simon träumt davon, in Äthiopien Informatik zu studieren. „Ich möchte ein besseres Leben führen“, sagt er.

Samia besucht eine Hilfestelle für Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt, die Plan International im Ura-Lager eingerichtet hat. Dadurch seien ihr schon einige Erinnerungen zurückgekehrt. Auch die Arbeit in der Schule helfe ihr, mit dem Erlebten umzugehen. Der Krieg habe ihr das Medizinstudium genommen, sagt sie, aber ihren Schülern wolle sie die Chance geben, eines Tages ein Studium abzuschließen: „Wenn ich die Kinder sehe, vergesse ich meine Sorgen.“

6 Jan 2026

[1] https://reliefweb.int/report/sudan/sudan-crisis-situation-analysis-241125-301125

[2] https://dtm.iom.int/reports/dtm-sudan-mobility-update-22?close=true

[3] https://www.reutersconnect.com/item/sudans-rsf-says-it-captured-al-fashir-army-headquarters/dGFnOnJldXRlcnMuY29tLDIwMjU6bmV3c21sX0xWQTAwMjcwODIyNzEwMjAyNVJQMQ?utm_source=chatgpt.com

[4] https://www.iss.europa.eu/publications/commentary/fall-el-fasher-sudans-war-outpaces-truce-plan?utm_source=chatgpt.com

[5] https://www.ungeneva.org/en/news-media/news/2025/12/114249/un-warns-sudan-war-entering-deadlier-phase-fighting-spreads-kordofan

[6] https://www.aa.com.tr/en/africa/sudan-s-army-intercepts-rsf-drone-attack-on-civilian-facilities-in-blue-nile-state/3764687

[7] https://docs.wfp.org/api/documents/WFP-0000170804/download/?_ga=2.149011391.885075879.1766524078-1882454437.1765991605

[8] https://www.swp-berlin.org/assets/afrika/publications/policybrief/MTA-PB35_UAE_Engagement_in_Ethiopia_Gebru_Korrektur.pdf

[9] https://shabait.com/2025/12/12/press-release-eritrea-has-withdrawn-its-membership-from-igad/

[10] https://www.aljazeera.net/politics/2025/12/8/%d8%a7%d9%84%d8%b3%d9%88%d8%af%d8%a7%d9%86-%d9%8a%d8%aa%d8%ad%d8%b3%d8%a8-%d9%84%d8%aa%d8%b7%d9%88%d8%b1%d8%a7%d8%aa-%d8%b9%d8%b3%d9%83%d8%b1%d9%8a%d8%a9-%d9%81%d9%8a

[11] https://alliedgold.com/our-portfolio/kurmuk-project/default.aspx

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Tycho Schildbach

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