taz.de -- Demonstrationen in Ecuador: Präsident unter Beschuss
In Ecuador halten die Demonstrationen an. Eine Autokolonne des Präsidenten Daniel Noboa ist beschossen worden. Noboa sei dabei unverletzt geblieben.
Bild: Schon im September gingen Menschen in Ecuador gegen Präsident Noboa auf die Straße
Quitoafp | Eine Autokolonne des [1][ecuadorianischen Präsidenten Daniel Noboa] ist nach Angaben einer Ministerin beschossen worden. Noboa sei nicht verletzt worden, sagte Umweltministerin Inés Manzano am Dienstag.
Ihren Angaben zufolge wurde die Kolonne von Hunderten Demonstranten angegriffen. Etwa „500 Menschen tauchten auf und bewarfen ihn mit Steinen und es gibt offensichtlich auch Einschusslöcher am Auto des Präsidenten“, sagte Manzano.
Die [2][Regierung des südamerikanischen Landes] veröffentlichte ein Video, das aus dem Inneren eines der Fahrzeuge der Kolonne stammen soll. Darin ist zu sehen, wie Demonstranten, die sich mit Flaggen bedeckt haben, nach Steinen und Ziegeln suchen.
Während das Auto des Präsidenten vorbeifährt, schlagen Projektile ein und beschädigen Fenster. „Köpfe runter, Köpfe runter“, ist eine Stimme zu hören.
Offiziellen Angaben zufolge wurde eine Untersuchung eingeleitet, ob Schäden an Noboas gepanzerten Auto durch Schüsse verursacht wurden. Zuletzt hatte es Proteste gegen eine Abschaffung von Subventionen für Diesel gegeben, die teilweise in Gewalt umgeschlagen waren. Die Regierung beschuldigte Drogenkartelle, hinter den Unruhen zu stecken.
8 Oct 2025
LINKS
[1] /Praesidentschafts-Stichwahl-in-Ecuador/!6082503
[2] /Praesidentschaftswahlen-in-Ecuador/!6082526
Demonstrationen
Ecuador
Daniel Noboa
ARTIKEL ZUM THEMA
Rohstoffgewinnung in Ecuador: Das Öl soll im Boden bleiben
Die Volksabstimmung, mit der die Ecuadorianer*innen für ein Ende der Förderung im Nationalpark Yasuní stimmte, wurde nicht umgesetzt. Indigene kämpfen weiter.
Regierungsumbau in Ecuador: Umweltministerium wird abgeschafft
Der Präsident baut den Staatsapparat in Ecuador um, das Umweltministerium wird abgeschafft. Dessen Aufgaben sind künftig ausgerechnet im Ministerium für Bergbau angesiedelt.
Präsidentschaftswahlen in Ecuador: Zu Lasten der Schwächsten
Der Sieg von Oligarchensprössling Daniel Noboa bei der Wahl in Ecuador ist keine gute Nachricht. Seine Politik der harten Hand schafft noch mehr Leid.