taz.de -- Angeblich ausufernde Gewaltkriminalität: Trump will Todesstrafe in Washington wieder einführen
Seit über 40 Jahren gibt es die Todesstrafe in der US-Hauptstadt nicht mehr. Präsident Donald Trump will das ändern.
Bild: US-Präsident Donald Trump während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus: Jetzt fordert er die Todesstrafe für Morde
Washington(AFP) | US-Präsident Donald Trump hat inmitten seines umstrittenen Vorgehens gegen angeblich ausufernde Gewaltkriminalität in der [1][US-Hauptstadt Washington] die Wiedereinführung der Todesstrafe angekündigt. „Wenn jemand [2][in der Hauptstadt Washington DC jemanden tötet], werden wir die Todesstrafe fordern“, sagte Trump am Dienstag bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. Die Todesstrafe sei eine „sehr wirksame Präventionsmaßnahme“.
Die Todesstrafe war im Jahr 1981 in Washington DC (Disctrict of Columbia) abgeschafft worden. Die US-Hauptstadt hat einen einzigartigen rechtlichen Status: Sie ist kein Bundesstaat, sondern unterliegt in einigen Bereichen der Kontrolle des Kongresses.
Diesen Sonderstatus hatte Trump genutzt und am 11. August [3][Nationalgardisten in die Demokraten-Hochburg beordert]. Inzwischen sind mehr als 2200 Nationalgardisten in der Hauptstadt aktiv, sie kommen aus Washington, aber auch aus mehreren konservativ regierten Bundesstaaten. Seit Sonntag sind die Nationalgardisten bewaffnet im Einsatz.
Trump hat auch anderen von den Demokraten regierten Städten wie Chicago, New York und Baltimore ein Vorgehen wie in Washington angedroht. Kritiker werfen Trump vor, das Ausmaß der Kriminalität zu übertreiben, um ein zunehmend autoritäres Vorgehen zu rechtfertigen.
Todesstrafe in 23 von 50 Bundesstaaten abgeschafft
So zeigen Statistiken der Polizei in Washington einen deutlichen Rückgang von Gewaltverbrechen zwischen 2023 und 2024, nach einem Anstieg während der Corona-Pandemie. Trump beschuldigt jedoch Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser, „falsche und höchst ungenaue Kriminalitätszahlen zu liefern“.
In 23 der 50 US-Bundesstaaten ist die Todesstrafe abgeschafft worden, in drei weiteren Staaten – Kalifornien, Oregon und Pennsylvania – gilt ein Moratorium. Drei Staaten, die Hinrichtungen ausgesetzt hatten – Arizona, Ohio und Tennessee – haben kürzlich Pläne zur Wiederaufnahme angekündigt. US-Präsident Donald Trump ist ein Befürworter der Todesstrafe. Seine Justizministerin Pam Bondi hat bereits angeordnet, die Vollstreckung der Todesstrafe auf Bundesebene wieder aufzunehmen.
27 Aug 2025
LINKS
[1] /Selenskyj-bei-Trump/!6107409
[2] /Washington/!6089772
[3] /Trump-gegen-Washington-DC/!6107320
Schwerpunkt USA unter Trump
Washington D.C.
Kriminalität
Todesstrafe
ARTIKEL ZUM THEMA
Todesstrafe in den USA: Hinrichtung in Tennessee kurz vorher gestoppt
In dem US-Bundesstaat sollte mit Christa Pike zum ersten Mal seit über 200 Jahren eine Frau exekutiert werden. Doch ein Gericht stoppte die Vollstreckung kurz zuvor.
US-Justiz unter Trump: Hinrichtungen durch Erschießen und Ersticken
Donald Trump will mehr Exekutionen auf Bundesebene. Zudem soll die Bandbreite der Tötungsmethoden erweitert werden, heißt es in neuen Anweisungen des US-Justizministeriums.
Nach Abschluss der Rahmenvereinbarung: Trump rüttelt am EU-Deal
Der US-Präsident will amerikanische Digitalkonzerne schützen. Wenige Tage nach Abschluss der EU-Handelseinigung droht er mit Sanktionen und Zöllen.
Machtkampf zwischen Präsident und Fed: Trumps Fehde mit der Zentralbank eskaliert
Der US-Präsident feuert mit Lisa Cook eine leitende Managerin der Zentralbank. Die weist Trumps Kündigung zurück. Jetzt entscheidet wohl die Justiz.
Südkoreas Präsident Lee Jae Myung: Trump erfolgreich zugeschleimt
Südkoreas Präsident hat Donald Trump im Weißen Haus mit dessen eigenen Waffen geschlagen – und ihn bis zum Fremdschämen über alle Maßen gelobt.