taz.de -- Forscher warnen: Antarktis könnte kippen

Nicht nur Kaiserpinguine sind bedroht, zeigt ein Forschungsüberblick. Demnach verändert sich die Südpolregion gerade abrupt und womöglich unumkehrbar.

Bild: Kaiserpinguine in der Antarktis

Berlindpa | Die [1][Antarktis verändert sich gerade tiefgreifend], was gravierende Folgen für die Ozeane und das Weltklima, aber auch für Tiere wie Kaiserpinguine haben könnte. Ein internationales Forscherteam um die australische Klimawissenschaftlerin Nerilie Abram spricht in der Fachzeitschrift Nature von Hinweisen auf abrupte und [2][anhaltende Veränderungen] – mit möglicherweise katastrophalen Folgen.

In einem Überblick über den Forschungsstand warnen sie vor einem „schnellen, ineinandergreifenden und teils selbstverstärkenden Wandel“ in Eis, Ozeanen und Ökosystemen. Wichtig sei, zu erkennen, dass alles miteinander zusammenhänge: „Wenn wir einen Teil des Systems verändern, hat das Auswirkungen auf alle anderen Teile“, wird Erstautorin Abram zitiert.

Vor allem warnen die Experten, dass die Eisschilde gefährdet seien, am stärksten der [3][Westantarktische] Schild: Ein vollständiger Zusammenbruch würde den Meeresspiegel um mehr als drei Meter ansteigen lassen und weltweit Küstenstädte bedrohen, warnen die Wissenschaftler.

Die Folgen könnten dann noch für kommende Generationen desaströs sein. Möglicherweise könne auch eine weltweite CO2-Reduktion die Entwicklung nicht mehr stoppen. Folge seien möglicherweise „globale Kippkaskaden“ – Kettenreaktionen, die schwer zu stoppen sind: Das Eis schmilzt, der Meeresspiegel steigt. Wärmeres Wasser fließt an andere Eisflächen, woraufhin noch mehr Eis schmilzt – und der Meeresspiegel wieder weiter steigt.

Meeresströmungen schwächen sich ab

Zugleich sehen die Forscher Hinweise, dass sich tiefe Meeresströmungen rund um den Kontinent abschwächen, die für die Verteilung von Wärme, Sauerstoff und Nährstoffen in den Weltmeeren verantwortlich sind. Der Ozean könnte dann weniger CO2 aufnehmen. Das wirke wie ein Verstärker, der die Erde über Generationen noch stärker aufheizen könnte.

Der anhaltende Klimadruck droht sich auch auf Pflanzen- und Tierarten auszuwirken. Vor allem Kaiserpinguine benötigen stabiles Meereis für ihre Brut. Inzwischen gebe es im Grunde keinen sicheren Ort mehr für die ikonischen Vögel, sagte die Antarktisforscherin und Ko-Autorin Barbara Wienecke dem australischen Sender ABC. Bis 2100 könnten sie ausgestorben sein.

21 Aug 2025

[1] /Grosses-Schmelzen-am-Nord--und-Suedpol/!6086982

[2] /Bericht-der-Weltwetterorganisation/!6076881

[3] /Eisschmelze-in-Arktis-und-Antarktis/!6035366

TAGS

Schwerpunkt Klimawandel

Antarktis

Eisschmelze

Social-Auswahl

GNS

ARTIKEL ZUM THEMA

Schmelzendes Eis: Eisgigant A23a stirbt plötzlich im Zeitraffer

Jahrzehnte war er auf Wanderschaft. Jetzt droht das immer wärmere Wasser dem einst gößten Eisberg der Welt rasant den Garaus zu machen.

Bericht der Weltwetterorganisation: Die Folgen des Klimawandels sind teils unumkehrbar

Die globale Durchschnittstemperatur steigt. Immer deutlicher zeigt sich, was dies für die Ozeane, Gletscher und die Eisflächen der Antarktis bedeutet.

Bodenschätze in der Arktis: Grönland auf Schatzsuche

Durch den Klimawandel wird es leichter, arktische Bodenschätze auszubeuten. In Grönland träumt man, damit die Unabhängigkeit zu finanzieren.

Eisschmelze in Arktis und Antarktis: Spiegelfläche der Erde wird kleiner

Bilanz des arktischen Sommers und antarktischen Winters: Die große Eisschmelze hält weiter an. Das hat gewaltige Auswirkungen auf Europa.

Proxied content from gemini://taz.de/%216105336 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%216105336
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.