taz.de -- Krieg zwischen Israel und Hisbollah: Luftangriff auf Libanons Hauptstadt

Israels Militär soll dabei den Hisbollah-Medienbeauftragten Muhammad Afif getötet haben. Die Angriffe um Beirut nahmen jüngst zu.

Bild: Zwei Stockwerke stehen noch: Das angegeriffene Haus im Viertel Ras an-Naba in Beirut

Berlintaz | Zum vierten Mal in diesem Krieg trifft ein Luftangriff des israelischen Militärs die libanesische Hauptstadt Beirut. Meist sind die schiitisch dominierten südlichen Vororte der Stadt betroffen, nur selten die Gegenden nördlich der Stadtgrenze. Der Angriff im recht zentralen Viertel Ras an-Naba galt nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA dem Hauptquartier der Arabischen Sozialistischen Baath-Partei.

Nach Angaben der NNA sei ein Teil des Gebäudes zerstört, auch viele Autos auf der anliegenden Straße seien beschädigt worden, Anwohner gerieten in Panik. [1][Ein vom Guardian-Autor Will Christou auf der Plattform X veröffentlichtes Foto] und ein Video zeigen ein in Rauchschwaden gehülltes Gebäude, dessen unteren beiden Stockwerke scheinbar noch stehen, darauf eine dicke Schicht Trümmer. Auf der Straße, wie auf dem Dach des Nebenhauses, ist Geröll zu sehen.

Einer der Bewohner des Gebäudes habe einen Warnanruf erhalten, diesen aber nicht ernst genommen, berichtet NNA. Nach Angaben des israelischen Onlinemediums Times of Israel habe es keine Evakuierungsaufforderung seitens des israelischen Militärs gegeben.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters soll bei dem Luftangriff der Medienbeauftragte der [2][Hisbollah], Muhammad Afif, getötet worden sein. Das berichten auch lokale Medien, sowie der katarische Sender Al Jazeera. Afif agierte wie ein Sprecher der Hisbollah, gab Pressekonferenzen und kommentierte die Handlungen der von Iran unterstützten Miliz. Auch für viele Journalistinnen und Journalisten in Beirut war er die Kontaktperson, um etwa Drehgenehmigungen für von der Hisbollah kontrollierte Gegenden zu erhalten. Das libanesische Gesundheitsministerium gab an, dass mindestens eine Person getötet worden sei – ohne aber einen Namen zu nennen. Drei Menschen seien außerdem verletzt worden, die Suche in den Trümmern gehe weiter.

Zehn Evakuierungsaufforderungen an einem Tag

Derweil halten auch die Luftangriffe auf die südlichen Vororte an. Allein am Sonntag veröffentlichte der Telegram-Kanal des arabischsprachigen Sprechers der israelischen Streitkräfte bis zum frühen Nachmittag zehn Evakuierungsaufforderungen für verschiedene Gebäude – und einen Umkreis von fünfhundert Metern um sie herum – im Süden Beiruts.

In der vergangenen Woche hatten die [3][Luftangriffe auf die südlichen Vororte Beiruts deutlich zugenommen]. Über 50 Ziele habe das israelische Militär laut Times of Israel angegriffen. Viele Libanesinnen und Libanesen sind der Ansicht, dass Israel so Druck aufbauen will – denn Libanon liegt ein Vorschlag für ein Waffenstillstandsabkommen vor. Die Antwort steht noch aus.

17 Nov 2024

[1] https://x.com/will_christou/status/1858108950773748177

[2] /Neuer-Hisbollah-Generalsekretaer/!6042718

[3] /Libanesische-Hilfsorganisation/!6046582

AUTOREN

Lisa Schneider

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Israel Defense Forces (IDF)

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