taz.de -- Stasi-Prozess: Anklage fordert zwölf Jahre Haft

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Am Montag fand der letzte Prozesstag gegen einen 80-jährigen ehemaligen Stasi-Mitarbeiter aus Leipzig statt, der wegen heimtückischen Mordes angeklagt ist. Die Staatsanwaltschaft fordert zwölf Jahre Haft. Dem Mann wird vorgeworfen, im März 1974 am DDR-Grenzübergang Friedrichstraße den 38-jährigen Polen Czesław Kukuczka von hinten aus zwei Meter Entfernung gezielt in den Rücken geschossen zu haben. Laut Staatsanwaltschaft sei er mit der „Unschädlichmachung“ des Opfers beauftragt worden. Zuvor hatte der Pole versucht, mit einer Bombenattrappe in der polnischen Botschaft die Ausreise zu erzwingen – zum Schein habe man seiner Ausreise zugestimmt. Der Angeklagte ließ sich vor Gericht zu den Vorwürfen nicht weiter ein. Die Verteidigung forderte Freispruch. Ihrer Meinung nach handele es sich um Totschlag, der verjährt ist. Der Prozess am Berliner Kriminalgericht zog sich über 15 Verhandlungstage. Das Urteil wird am 14. Oktober 2024 erwartet. (gem)

8 Oct 2024

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Gesine Muench

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