taz.de -- Kriegsfolgen in der DR Kongo: Sieben Millionen auf der Flucht

Die UN ermittelt einen Höchststand bei der Zahl der Binnenvertriebenen in der DR Kongo. Kämpfe im Osten sind die Hauptursache.

Bild: Bewohner fliehen vor Kämpfen zwischen M23-Rebellen und kongolesischen Streitkräften bei Goma

Berlintaz | Die Zahl der Kriegsvertriebenen in der Demokratischen Republik Kongo hat erneut einen historischen Höchststand erreicht. Rund 6,95 Millionen Menschen in dem vermutlich rund 100 Millionen Einwohner zählenden Land seien innerhalb der Landesgrenzen auf der Flucht, [2][teilte am Montag die UN-Migrationsorganisation IOM (International Organisation für Migration) mit].

Rund 5,6 Millionen davon seien im Osten des Landes unterwegs, in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu und Tanganyika, die allesamt Schauplätze von Kämpfen zwischen bewaffneten Gruppen beziehungsweise zwischen bewaffneten Gruppen und Regierungstruppen sind.

Am heftigsten sind die Kämpfe in der an Ruanda und Uganda angrenzenden Provinz Nord-Kivu, die laut den [3][neuen IOM-Daten] inzwischen 2,3 Millionen Vertriebene zählt – annähernd die Hälfte der Bevölkerung. Allein die Kämpfe zwischen Regierungsarmee samt verbündeten Milizen und der von Ruanda unterstützten Rebellenbewegung M23 (Bewegung des 23. März) seien für 700.000 Vertriebene verantwortlich, heißt es.

Die Kämpfe in Nord-Kivu sind seit einigen Wochen wieder aufgeflammt und toben seit einigen Tagen verschärft nur noch rund 20 Kilometer von der Provinzhauptstadt Goma entfernt, in einem direkt an Ruanda angrenzenden Gebiet.

[4][Lokale Medien berichten] aus der Millionenstadt Goma von zunehmender Teuerung und Knappheit von Grundnahrungsmitteln, da Bauern aus dem Umland nicht mehr in die Stadt gelangten.

31 Oct 2023

[2] https://www.iom.int/news/record-high-displacement-drc-nearly-7-million

[3] https://dtm.iom.int/

[4] https://www.radiookapi.net/2023/10/30/actualite/societe/guerre-de-lest-de-la-rdc-la-pomme-de-terre-se-fait-rare-goma

AUTOREN

Dominic Johnson

TAGS

Schwerpunkt Demokratische Republik Kongo

Ostkongo

Nord-Kivu

Goma

M23-Rebellen

ARTIKEL ZUM THEMA

Serie „Unwanted“ von Oliver Hirschbiegel: Flüchten auf dem Luxusliner

In der neuen Serie „Unwanted“ zeigt sich die ganze Gewalt des EU-Grenzregimes. Es ist eine bizarre Begegnung von Luxus-Urlaubern und Geflüchteten.

Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege: Der Preisträger und der Hetzer

Der Arzt und Friedensnobelpreisträger von 2018 Mukwege will Kongos Präsident werden. Doch seinen Wahlkampf leitet einer, der für Hetze berüchtigt ist.

Schwere Kämpfe im Kongo: Kongo erhebt Vorwürfe gegen Ruanda

Eine neue M23-Rebellenoffensive im Osten Kongos wirft die „patriotischen“ Milizen zurück. Die Regierung wirft Ruanda die Entsendung von Truppen vor.

Schwere Kämpfe im Osten der DR Kongo: Es droht ein Flächenbrand

Milizen eröffnen den Kampf gegen die von Ruanda unterstützten M23-Rebellen. Eingreiftruppen aus Burundi sind präsent, halten sie aber nicht auf.

Proxied content from gemini://taz.de/%215970087 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%215970087
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.