taz.de -- US-Justizministerium zum Kapitolsturm: Trump nicht immun gegen Zivilklagen

Trotz Immunität ist der Ex-Präsident laut Justizministerium nicht gegen Klagen geschützt. Polizisten und Abgeordnete wollen Schadenersatz fordern.

Bild: Könnte wegen Aufstachelung zu Gewalt verklagt werden: Ex-Präsident Donald Trump

Washingtondpa | Die Immunität als Präsident bewahrt Donald Trump nach Einschätzung des US-Justizministeriums nicht vor Zivilklagen im Zusammenhang mit der Erstürmung des US-Kapitols Anfang 2021. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Einschätzung des Justizministeriums hervor.

Sie war von einem Berufungsgericht angefordert worden, das mehrere Zivilklagen gegen den früheren US-Präsidenten wegen seines Verhaltens kurz vor dem Sturm auf den Parlamentssitz in Washington prüft.

Am 6. Januar 2021 [3][hatten Anhänger Trumps den Sitz des US-Kongresses gestürmt], in dem die Wahlniederlage des Republikaners gegen Joe Biden beglaubigt werden sollte. Eine von Trump aufgestachelte Menge drang gewaltsam in das Gebäude ein, fünf Menschen starben.

Zwei [4][Kapitol-Polizisten] und mehrere demokratische Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses versuchen, Trump für physische und psychische Verletzungen vor Gericht verantwortlich zu machen, die sie während der Attacke erlitten haben. Sie fordern Schadenersatz.

Trump hatte argumentiert, er sei durch seine „absolute Immunität“ als Präsident vor solchen Schadenersatzforderungen geschützt, auch für Handlungen im „äußeren Rahmen“ seines Amtes.

Das Justizministerium kommt nun zu einem anderen Ergebnis: Öffentliche Reden über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse seien zwar eine traditionelle Aufgabe des Präsidenten und der „äußere Rahmen“ umfasse ein weites Feld. Die Immunität des Präsidenten schütze aber nicht vor Aufstachelung zu Gewalt.

3 Mar 2023

[3] /Sturm-aufs-Kapitol-in-Washington/!5742461

[4] /Traumatisierte-Polizisten-in-den-USA/!5789426

TAGS

Schwerpunkt USA unter Trump

USA

US-Wahl 2024

Donald Trump

ARTIKEL ZUM THEMA

Ex-Präsident Donald Trump: Grand Jury stimmt für Anklage

Zum ersten Mal in der Geschichte der USA ist ein Ex-Präsident strafrechtlich angeklagt worden. Trump hält die Vorgänge für „politische Verfolgung“.

Mögliche Anklage gegen Donald Trump: Ex-US-Präsident ruft zu Protest auf

Trump befürchtet Anklage wegen angeblicher Schweigegeldzahlung an einen Pornostar. Erstmals würde ein früherer US-Präsident angeklagt.

Anhörung zum Sturm aufs US-Kapitol: Gewalt bewusst in Kauf genommen

Beim achten Hearing äußern sich Zeugen vor dem US-Kongress. Das bisherige Fazit: Trump hat beim Sturm aufs Kapitol befeuert.

Aussageverweigerung nach US-Kapitolsturm: Steve Bannon droht Anklage

Steve Bannon will nicht vor dem U-Ausschuss zum Sturm auf das US-Kapitol aussagen. Eine Geld- oder sogar Haftstrafe könnte die Folge sein.

Nach Sturm auf US-Kapitol: Kommission soll Aufklärung bringen

Nancy Pelosi strebt eine unabhängige Untersuchung zu den gewaltvollen Ereignissen an. Auch Republikaner signalisieren ihre Unterstützung.

Proxied content from gemini://taz.de/%215919635 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%215919635
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.