taz.de -- Abschied beim Berliner „Tatort“: Die Mafia-Prinzessin will raus

Bei ihrem letzten gemeinsamen Fall bekommen es die Berliner Ermittler Nina Rubin und Robert Karow mit dem organisierten Verbrechen zu tun.

Bild: Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) bei ihrem letzten gemeinsamen Fall

Wie ein melodramatisch-spannender [1][Abschied eines „Tatort“-Teams] geht, zeigt diese letzte Folge aus Berlin. Kommissarin Nina Rubin (Meret Becker) und ihr Kollege Robert Karow (Mark Waschke) starten ohne viel Gedöns mit einer eher unappetitlichen kopflosen Wasserleiche in ihre Ermittlungen. Seltsam ist die Beziehung zwischen den beiden Polizist*innen, kamen sie sich doch näher, aber blieben beim förmlichen „Sie“.

Und als wäre dieses emotionale Dilemma nicht schon anstrengend genug, stellt sich die tattoobefreite Wasserleiche als verdeckter Ermittler im Bereich der organisierten Kriminalität heraus.

Die Wege zu dieser Erkenntnis sind jedoch verworren; während Karow auf klassische Polizeiarbeit setzt und buchstäblich in die Haut der Leiche schlüpft, fliegt Rubin die Info quasi zu – die Kommissarin wird von einer sehr gut und teuer gekleideten Frau verfolgt, die sich als Julie Bolschakow (schön melancholisch gespielt von Bella Dayne) vorstellt, und sie dringend um Hilfe bittet.

Julies Mann Yasha Bolschakow (Oleg Tikhomirov) hat soeben das russische „Familienunternehmen“ übernommen, und sie bekommt es mit der Angst um ihr Leben zu tun. Informationen will sie liefern, wenn Rubin ihr denn hilft, ins Zeugenschutzprogramm zu kommen, damit sie wieder das einfache Mädchen sein kann, was abends allein nach Hause geht, statt in einer schmucken Villa umgeben von Gewalttätern zu sitzen.

Leicht wird das alles nicht, denn der mafiöse Bolschakow-Clan ätzt nicht nur mit illegalen Giftmülldeals, sondern schmiert Leute bis in die obersten Ränge der Polizei und Politik.

Um die junge Frau vor abtrünnigen Polizisten zu schützen, wagt Rubin mit Unterstützung der Kriminaldirektorin (Nadeshda Brennicke) einen Alleingang, ohne ihren Kollegen Karow ins Vertrauen zu ziehen.

Natürlich ist dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt, da hier ein letztes Mal zwei starke und eigenwillige Charaktere aufeinander prallen und die vorhandene Reibungsfläche ordentlich abgeraspelt wird.

Fulminant und actionreich kommt das [2][Finale dieses „Tatorts“-Ermittlerteams] daher – ein parcourreiches Katz-und-Maus-Spiel in den verborgenen Gängen des [3][Flughafen BER] sorgt für den passenden Rahmen. Und es lässt sich ahnen – ein Happy End wird es für diese intensive Kombi aus Kommissaren wohl nicht geben. Aber das ist auch in Ordnung so!

22 May 2022

[1] /Wechsel-bei-RBB-Tatort-Kommissarinnen/!5662855

[2] /Tatort-aus-Berlin/!5589428

[3] /Berlins-einziger-Flughafen/!5813325

AUTOREN

Almuth Müller

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