taz.de -- Prozess zu Messerangriff in Dresden: Verteidiger verlangt Jugendstrafe

Die Verteidigung fordert Milde für den mutmaßlichen Messerstecher von Dresden. Ein soll ein schwules Paar angegriffen haben, einer der Männer starb.

Bild: Hände des Angeklagten

Dresdenepd | Im Dresdner [1][Mordprozess nach dem Angriff auf eine schwules Paar] im Oktober 2020 hat die Verteidigung eine Verurteilung des 21-jährigen Angeklagten nach Jugendstrafrecht gefordert. Er sei drei Jahre in staatlicher Obhut im Gefängnis gewesen, zum Teil in Isolation, sagte Verteidiger Peter Hollstein am Mittwoch in seinem Plädoyer vor dem Dresdner Oberlandesgericht (OLG).

Der Anwalt sagte, es sei fraglich, ob sein Mandant im Gefängnis zu einem Erwachsenen herangereift sei. Rein rechtlich sei er aber für Mord, versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung zu bestrafen. Die tödliche Messerattacke sei zu bedauern, es sei eine Einzeltat eines Einzeltäters gewesen. Sein Mandant sei nicht Teil einer organisierten Struktur.

Das Urteil gegen den jungen Syrer wird für Freitag erwartet. Die Bundesanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine lebenslange Freiheitsstrafe für den 21-jährigen Angeklagten mit Sicherungsverwahrung unter Vorbehalt gefordert.

Sie hatte auf das radikal-islamistische und [2][homophobe Tatmotiv] des damals 20-jährigen Syrers verwiesen. Der Angeklagte habe sich spätestens seit 2016 zunehmend radikalisiert. Der Syrer soll am 4. Oktober 2020 in Dresden ein schwules Paar niedergestochen haben. Einer der Männer aus Nordrhein-Westfalen starb kurz nach dem Angriff, sein Lebenspartner wurde schwer verletzt. Der Prozess hatte am 12. April begonnen.

19 May 2021

[1] /Nach-Messerangriff-auf-Paar-in-Dresden/!5764914

[2] /Messerattacke-in-Dresden/!5724638

TAGS

Schwerpunkt Islamistischer Terror

Dresden

Homophobie

Messerangriff

ARTIKEL ZUM THEMA

Nach Messerangriff auf Paar in Dresden: Homophober Attentäter vor Gericht

Der mutmaßliche Islamist Abdullah H. soll einen Mann ermordet und dessen Partner schwer verletzt haben. Den Behörden war er als Gefährder bekannt.

Messerattacke in Dresden: Tatmotiv Homophobie

Im Oktober erstach ein Islamist in Dresden einen Mann. Nun erhebt die Bundesanwaltschaft Anklage – und benennt Hass auf Homosexuelle als Motiv.

Messerattacke in Dresden: Vertrauen einmal mehr erschüttert

Nach der tödlichen Messerattacke auf ein schwules Paar kritisieren LSBTI-Verbände die Behörden. Sie schweigen zum Tatmotiv Homophobie.

Proxied content from gemini://taz.de/%215773601 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%215773601
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.