taz.de -- US-Football-Team prüft neuen Namen: Tag der Umbenennung

Die Washington Redskins könnten bald die Washington Floyds sein. Oder sonst wie anders heißen: Trainer und Eigentümer verhandeln.

Bild: Da muss dann auch der Rasen geändert werden: Logo der Washington Redskins

Washingtondpa | Ein neuer Name für die Washington Redskins noch vor Beginn der neuen Saison im American Football wäre aus Sicht von Trainer Ron Rivera großartig. Er spreche seit mehr als einem Monat darüber mit Eigentümer Daniel Snyder, sagte Rivera der [1][Washington Post am Samstag]. Beide hätten mehrere Vorschläge, „zwei davon mag ich wirklich“, sagte Rivera, wollte aber keine Details nennen.

Das Team aus der [2][National Football League] steht im Zuge der Rassismus-Debatte nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd unter erheblichem Druck, sich von der langjährigen Bezeichnung Redskins (= „Rothäute“) zu trennen. Diese Forderungen gibt es seitens der amerikanischen Ureinwohner schon seit langem, zuletzt hatte dies aber auch Hauptsponsor FedEx verlangt. Snyder kündigte daraufhin eine grundlegende Überprüfung an.

Laut Coach Rivera spricht der Team-Eigentümer seit zweieinhalb Wochen darüber mit der NFL. Rivera räumte ein, es sei früher schwer zu verstehen gewesen, dass der Name rassistisch sein könnte. „Jetzt, wenn man die Zusammenhänge sieht, hat sich etwas verändert.“ Er denke, dass der Name geändert werden sollte.

Auch das Baseball-Team der [3][Cleveland Indians] denkt darüber nach, den seit 1915 bestehenden Namen zu ändern. In einer Mitteilung vom Freitag (Ortszeit) hieß es, man wolle das Umfeld und die entsprechenden Beteiligten dazu ermutigen, beim Teamnamen den besten Weg zu finden.

5 Jul 2020

[1] https://www.washingtonpost.com/sports/2020/07/04/ron-rivera-redskins-name/

[2] /Protest-gegen-Rassismus/!5689400

[3] /Rassistisches-Logo-der-Cleveland-Indians/!5481535

TAGS

Schwerpunkt Rassismus

Umbenennung

American Football

Washington

ARTIKEL ZUM THEMA

Rassismus im American Football: In der subjektiven Sphäre

Vor dem Draft der National Football League verliert der schwarze Quarterback Justin Fields seine gute Position. Warum? Es ist kompliziert.

Rassismus im Football: Wir sind nicht eure Eskimos

In Kanada erreichen Inuit, dass sich ein Profiklub umbenennen muss. Nun sind auch andere Klubs und Firmen unter Druck.

Football und Rassismus: Kein Federlesen mehr

Auf Druck der Anti-Rassismus-Proteste ändern die Washington Redskins möglicherweise den Namen. Kommt jetzt Paradigmenwechsel im US-Sport?

Rassistisches Logo der Cleveland Indians: Bye-bye Chief Wahoo!

Die Cleveland Indians werden 2019 ihr Logo ändern – nach langem Protest gegen das von vielen als rassistisch empfundene Emblem des Baseballklubs.

Kolumne American Pie: Rassismus im Mannschaftsnamen

„Rothäute“ nennt sich das Football-Team aus Washington. Native Americans kritisieren das. Ein offener Brief von 50 US-Senatoren heizt die Debatte an.

Football-Team „Redskins“: Heil dem Piiieeeep

Ein Volk der amerikanischen Ureinwohner startet eine Kampagne, damit das Football-Team „Redskins“ seinen Namen ändert. Auch der US-Präsident ist dafür.

Proxied content from gemini://taz.de/%215698226 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%215698226
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.