Nur mit Abstand stärkste Partei in Bayern zu sein, reicht der CSU nicht. Sie möchte mehr. Deshalb setzt sie nun auf kreative Balkendiagrammgestaltung.
Bild: Kreativ ist man bei der CSU
„Die CSU ist der stabile Anker in der aufgewühlten deutschen Parteienlandschaft“, [1][twitterte die Partei am Dienstag] im Jubel über die Ergebnisse der jüngsten Sonntagsfrage.
Eine darunter veröffentlichte Grafik zeigt: Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, käme die CSU im Freistaat auf 38 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 20 Prozent der Wählerstimmen. Dahinter liegen abgeschlagen die Freien Wähler und die AfD mit je 11 Prozent sowie die SPD mit 9 Prozent.
Das Problem: Das Schaubild ist offensichtlich nicht ganz korrekt. [2][Die Umfrageergebnisse stimmen zwar], doch der schwarze CSU-Balken ist im Vergleich zu den Balken der anderen Parteien überproportional groß. In der Grafik ist der schwarze Balken mehr als doppelt so groß wie der grüne Balken.
Die Manipulation der Darstellung sorgte für viel Spott und Häme auf Twitter: „Na, wer macht sich denn da größer, als er ist? Peinlich, peinlich“, schreibt ein Nutzer. Die CSU mache nun also „alternative Mathematik“, kommentiert eine Nutzerin ironisch. „Das muss das berühmte bayrische Abitur sein“, merkt ein Nutzer an anderer Stelle an.
Zudem fehlt in dem Diagramm das Umfrageergebnis der Linkspartei. Diese kam laut Sonntagsfrage auf 4 Prozent. Die FDP hingegen ist mit einem niedrigeren Umfrageergebnis von nur 3 Prozent aufgeführt.
Auf die Frage, warum die CSU diese manipulierte Grafik veröffentlichte und warum das Ergebnis der Linkspartei entfernt wurde, erhielt die taz auf Anfrage keine Antwort. Man habe aufgrund des politischen Aschermittwochs keine Zeit, darauf zu reagieren, teilte eine Sprecherin mit.
27 Feb 2020
LINKS
[1] https://twitter.com/CSU/status/1232279412747513860
[2] https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/bayern.htm
AUTOREN
Georg Sturm
Markus Söder
CSU
Umfrage
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