taz.de -- Sony stellt Elektroauto vor: Elektronik-Konzerne machen mobil

Bislang wurde meist Apple als Kandidat gehandelt, der als Elektronik-Konzern ein eigenes Auto herstellt. Nun gibt es stattdessen eins von Sony.

Bild: Präsentation des Protyps von „Vision S“ auf der CES in Las Vegas

Las Vegasdpa | Der Elektronik-Riese Sony geht überraschend unter die Autobauer. Der japanische Konzern stellte auf der Technikmesse CES in Las Vegas den [1][Prototypen eines Elektroautos] vor, schwieg allerdings zu Produktionsplänen.

Der Prototyp namens Vision-S solle demonstrieren, welche Möglichkeiten in den technischen Entwicklungen aus dem Hause Sony steckten, sagte Konzernchef Kenichiro Yoshida am Montag (Ortszeit). Dazu zählen Software, Sensoren und Sicherheitstechnik ebenso wie ein komplettes Entertainmentsystem. „Dieser Prototyp verkörpert unseren Beitrag zur Zukunft der Mobilität“, sagte Yoshida.

Seinen Angaben zufolge hat Sony den Wagen zusammen mit einer ganzen Reihe von Partnern entwickelt – allen voran Magna Steyr aus Österreich, aber auch den drei großen deutschen Zulieferern Bosch, Continental und ZF. Die eigens neu entwickelte Elektro-Plattform sei geeignet, auch andere Fahrzeugtypen wie etwa SUVs anzutreiben.

Sony selbst ist unter anderem stark bei Kamerasensoren, die zum Beispiel in vielen Smartphones zum Einsatz kommen. Im Innenraum des Vision-S fällt ein langes Display auf, das fast von Tür zu Tür reicht.

Apple stutzte zuletzt sein Entwicklungsprogramm

Experten hatten schon lange damit gerechnet, dass mit dem Vormarsch von Elektrofahrzeugen auch Elektronik-Konzerne in das Autogeschäft einsteigen. [2][Das wurde aber allem von Apple erwartet – der iPhone-Konzern stutzte aber sein jahrelanges Entwicklungsprogramm und konzentriert sich aktuell auf Roboterwagen-Technologie.]

Zum Auftakt der CES wurde auch deutlich, wie Pläne für die Roboterwagen-Zukunft immer konkretere Gestalt annehmen, neue Player drängen in die Branche. So kündigte der Chip-Konzern Qualcomm den Einstieg ins Geschäft mit Computern für automatisiertes Fahren und Robotaxis an. Erste Fahrzeuge mit Qualcomm-Systemen sollen zum Jahr 2023 auf die Straße kommen. Der chinesische Drohnen-Spezialist DJI will den Markt für Laserradare, mit denen Roboterwagen ihre Umgebung abtasten, mit deutlich günstigeren Geräten als bisher aufmischen.

7 Jan 2020

[1] https://www.sony.net/SonyInfo/vision-s/

[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-06-13/cook-says-apple-is-focusing-on-making-an-autonomous-car-system

TAGS

CES

Las Vegas

Sony

Auto

Elektromobilität

ARTIKEL ZUM THEMA

Berichterstattung über E-Mobilität: Wirklichkeit zurechtgebogen

Mit falschen Szenarien von wegfallenden Arbeitsplätzen wird Stimmung gegen die E-Mobilität gemacht. Dabei würde eine Verkehrswende neue Jobs schaffen.

Marktführer bei der Elektromobilität: China schaltet auf Elektro

Der weltgrößte Fahrzeugmarkt steckt in einem tiefen Abschwung. Umso kräftiger drückt die Führung in Peking bei der Elektromobilität auf's Gas.

E-Autos in China: Der Tesla-Jäger

Das chinesische Start-up Byton spuckt mit seinem K-Byte große Töne. Wächst da ein ernsthafter Konkurrent des US-Unternehmens heran?

IAA in Frankfurt: Vom Uterus zum iCar

In Frankfurt setzen Autohersteller ganz konservativ auf altbewährte Trigger: schneller, lauter, teurer. Doch einige wagen den Schritt in die Zukunft.

Proxied content from gemini://taz.de/%215654233 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%215654233
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.