taz.de -- Einmischung in Iran-Konflikt: Trump maßregelt Macron

Frankreichs Präsident Macron versucht, im Streit zwischen den USA und dem Iran zu vermitteln. US-Präsident Trump missfällt das sehr.

Bild: Emmanuel Macron und Donald Trump ziehen derzeit nicht am gleichen Strang

Washingtondpa | US-Präsident Donald Trump hat den französischen Präsidenten Emmanuel Macron für dessen Vermittlungsversuche im Iran-Konflikt kritisiert. Trump beklagte sich am Donnerstag auf [1][Twitter] mit Blick auf den Iran-Konflikt über „all jene, die behaupten, dass sie uns vertreten, darunter Frankreichs Präsident Macron“. Trump schrieb [2][weiter]: „Ich weiß, dass Emmanuel es gut meint, wie alle anderen, aber niemand spricht für die Vereinigten Staaten außer den Vereinigten Staaten selbst.“

Der französische Präsident versucht derzeit, im Streit mit dem Iran zwischen den Konfliktparteien [3][zu vermitteln]. Erst vor wenigen Tagen hatte Macron den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani in einem Telefonat dazu angehalten, Spannungen im Verhältnis mit den USA zu entschärfen. Ob sich Trump mit seiner Kritik auf Macrons allgemeine Vermittlungsbemühungen bezog oder Anstoß an einer konkreten Aktion oder Aussage des Franzosen nahm, war zunächst unklar.

Frankreich richtet Ende des Monats einen G7-Gipfel in Biarritz aus. Das Treffen soll nach Angaben der französischen Regierung auch Gelegenheit geben, sich im Iran-Konflikt auszutauschen. Zuletzt hatte es Berichte gegeben, dass Frankreich plane, Ruhani zu dem Gipfel einzuladen. Diese wurden bereits dementiert. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums sagte am Donnerstag in Washington, ihres Wissens nach handele es sich nur um Gerüchte, die nicht zuträfen.

Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und setzen die Führung in Teheran seitdem mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck – mit dem Ziel, ein strengeres und erweitertes Abkommen auszuhandeln. Der Iran lehnt das bisher ab. Die verbliebenen Vertragspartner – China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland – versuchen, das Abkommen zu retten. Dies sollte es dem Iran mit strengen internationalen Kontrollen unmöglich machen, Atomwaffen zu entwickeln.

9 Aug 2019

[1] https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1159522492324687877

[2] https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1159522493801123840

[3] /Streit-um-Atomabkommen/!5610301

TAGS

Schwerpunkt Emmanuel Macron

Schwerpunkt USA unter Trump

Schwerpunkt Iran-Krieg

Schwerpunkt Iran

Atomabkommen

Donald Trump

ARTIKEL ZUM THEMA

Gegengipfel zu G7: Mobilisierung im Baskenland

Über 80 Organisationen richten 30 Kilometer entfernt von Biarritz einen Gegengipfel aus. Bis zu 10.000 Teilnehmer werden erwartet.

Buch zur US-Innenpolitik: Die Logik der Aufstandsbekämpfung

Keine Unterschiede? Bernard Harcourt stellt die drei letzten US-Präsidenten in eine Reihe. Was sie eint? Der autoritäre Verdacht gegen die eigenen Bürger.

Streit um Atomabkommen: Iran überm Uran-Limit

Seit Sonntag reichert Iran mehr Uran an als erlaubt. Doch noch halten sie sich angeblich zurück. Macron versucht zu vermitteln.

Nach Irans Verletzung des Atomdeals: Das Spiel mit dem Feuer

Die Europäer versuchen, das Nuklearabkommen mit Iran doch noch zu retten. Für Spott und Verwunderung sorgt eine Mitteilung des Weißen Hauses.

Proxied content from gemini://taz.de/%215616897 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%215616897
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.