taz.de -- Tweet von Reporter ohne Grenzen: Yücel fordert Entschädigung von Türkei

Für seine Inhaftierung von mehr als einem Jahr will der deutsch-türkische Journalist nach Angaben der NGO eine Kompensation. Der Prozess soll im September beginnen.

Bild: Deniz Yücel und seine Frau Dilek nach Yücels Freilassung aus dem Gefängnis am 16.02.2018

Istanbul/Berlindpa/afp | Der für ein mehr als ein Jahr inhaftierte Welt-Korrespondent Deniz Yücel will nach Angaben von Reporter ohne Grenzen (ROG) von der Türkei eine Entschädigung. Er werfe der türkischen Justiz unrechtmäßige Inhaftierung vor, teilte der [1][türkische Zweig der Organisation] am Mittwoch über Twitter mit. Yücels Anwalt Veysel Ok vertrete ihn in einem Gerichtsverfahren, das am 25. September in Istanbul beginnen werde.

Die Inhaftierung Yücels und weiterer Deutscher aus politischen Gründen führte im vergangenen Jahr zu einer schweren Krise zwischen Berlin und Ankara. Yücel war am 16. Februar aus der Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis Silivri bei Istanbul entlassen worden – nach mehr als einem Jahr hinter Gittern.

Erst unmittelbar zuvor legte die Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift vor, in der Yücel Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen wird. Yücel ist sowohl deutscher als auch türkischer Staatsbürger.

Zuletzt hat sich das Verhältnis zwischen den Türkei und Deutschland wieder ein wenig entspannt. Erst vergangene Woche konnte die deutsche Übersetzerin und [2][Journalistin Mesale Tolu] ausreisen, die vergangenes Jahr ebenfalls mehrere Monate in U-Haft verbracht hatte. Laut dem Auswärtigen Amt sitzen allerdings noch immer sieben deutsche Bürger aus politischen Gründen in der Türkei in Haft.

30 Aug 2018

[1] https://twitter.com/rsf_tr?lang=de

[2] /Meale-Tolu-ist-wieder-in-Deutschland/!5528022

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