taz.de -- Die Wahrheit: Exzellent, Herr Präsident!

Donnerstag ist Gedichtetag. Diesmal darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über den obersten Herrn des Deutschen Fußball-Bundes erfreuen.

Bild: DFB-Präsident Reinhard Grindel

Als ein Reinhard Dieter Grindel

noch in seine Strampel-Windel

kackte, ahnte jedermann:

Hier wächst was Besond’res ran.

Schon als Schulkind wusste er:

Es muss etwas Großes her:

Graf, Pilot, Geheimagent,

Wunderheiler, Präsident.

Und dann nach dem Abitur

war er vollends in der Spur:

Präsident! Zu diesem Zweck

klotzte er sein Studium weg,

boxte sich durch jeden Mist:

Volksvertreter, Journalist.

Irgendwie war das zwar schick,

doch er richtete den Blick

auf ein Ziel nur: Präsident.

Und weil er den Fußball kennt

von Victorias B-Junioren

und diversen Fernsehforen

und beim DFB die Türen

schief und krumm in den Scharnieren

hingen, und weil alles schmollte,

weil sie keiner richten wollte,

sprach man mit verhalt’nem Lachen:

Bitte schön. Soll der’s mal machen.

Denn der guckt ja sehr entschlossen,

und der rödelt unverdrossen.

Was er macht, das macht er beinhart.

Präsident sein liegt dem Reinhard.

Aber – frag ich nur mal so –

kann er das nicht anderswo?

Präsident könnt er auch werden

bei der Hundestaffel Verden.

Präsident dürft er auch sein

beim Rotenburger Sportverein.

Oder er versucht es mal

beim Osterholzer Karneval,

Da wär er als Präsident

voll in seinem Element.

13 Sep 2018

AUTOREN

Klaus Pawlowski

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DFB-Präsident

Fußball

Deutscher Fußballbund (DFB)

Reinhard Grindel

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