taz.de -- Vor dem G7-Gipfel: Trump sehnt sich nach G8 zurück
US-Präsident Trump möchte, dass Russland wieder am Gipfel teilnimmt. Angela Merkel sieht das anders. Die Stimmung den USA gegenüber ist sowieso angespannt.
Bild: Donald Trump hat Sehnsucht nach Wladimir Putin
Washington/La Malbaiedpa | US-Präsident Donald Trump will den Kreis der G7 wieder um Russland erweitern. „Russland sollte am Verhandlungstisch sitzen“, sagte Trump am Freitag in Washington vor seinem Abflug zum Treffen der sieben führender Wirtschaftsmächte in Kanada. „Es waren die G8 und Russland sollte wieder dabei sein“, betonte Trump.
Die Aufgabe sei es, die Welt zu organisieren, und dazu werde Russland gebraucht. „Ich war Russlands schlimmster Albtraum, aber Russland sollte in diesem Treffen dabei sein“, sagte der US-Präsident.
Russland war 2014 wegen der Annexion der ukrainischen Krim aus der G8 [1][ausgeschlossen] worden. Weil der Status der Krim unverändert ist, war eine Rückkehr Russlands in der G7 bisher kein Thema.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas hatten sich vor dem G7-Gipfel im kanadischen La Malbaie erneut dagegen ausgesprochen.
In der deutschen Bevölkerung ist das Meinungsbild dazu gespalten: Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa sind 37 Prozent für eine G8 mit Russland, 39 Prozent dagegen, 26 Prozent zeigten sich unentschieden. Die Linke und die FDP plädieren für eine Wiederaufnahme Moskaus.
Russland selbst hatte zuletzt kein Interesse an einer Rückkehr in die G7 gezeigt. Präsident Wladinir Putin setzt stattdessen auf das größere G20-Format, in dem zum Beispiel auch China und Indien vertreten sind.
Schon vor dem Gipfel der sieben großen Industrienationen in Kanada war der Streit der G7-Partner mit Trump offen ausgebrochen. Nach Gesprächen mit dem kanadischen Gastgeber Justin Trudeau rief Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit scharfen Worten dazu auf, sich geschlossen der amerikanischen „Vormachtpolitik“ zu widersetzen.
8 Jun 2018
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