taz.de -- Verhandlungen zum Gazastreifen: Hamas und Fatah sind sich einig

Die zwei großen Palästinenserorganisationen haben sich über Kontrolle des Gazastreifens geeinigt. Einzelheiten sollen im Laufe des Tages bekannt werden.

Bild: Gab die Einigung bekannt, aber nicht die Einzelheiten: Hamas-Chef Ismail Hanija

Gaza-Stadtap/afp | Die radikale Palästinenserorganisation Hamas hat sich mit der gemäßigten Fatah von Präsident Mahmud Abbas über die Bedingungen zur Kontrolle des Gazastreifens geeinigt. Einzelheiten sollten im Laufe des Donnerstags in Kairo bekannt gegeben werden, sagte Hamas-Chef Ismail Hanija. Von Fatah-Seite hieß es, zum Stand der Verhandlungen werde es am Mittag eine Pressekonferenz am Tagungsort in Kairo geben.

Beide Parteien hatten in der ägyptischen Hauptstadt zwei Tage [1][über eine Einigung verhandelt]. Gastgeber Ägypten vermittelte. Ziel der Verhandlungen war die Bildung einer Einheitsregierung für die Palästinensergebiete sowie Neuwahlen.

Ein besonders kontroverses Thema war dabei die Zukunft des bewaffneten Arms der Hamas. Ihm gehören 25.000 Kämpfer an, und die Islamisten haben erklärt, dass sie in dieser Frage zu keinem Kompromiss bereit sind.

Die beiden Palästinenserorganisationen standen sich seit Jahren feindlich gegenüber. Die radikalislamische Hamas ist seit 2007 im Gazastreifen an der Macht. Sie hatte sich dort in bewaffneten Auseinandersetzungen gegen die gemäßigte Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas durchgesetzt. Die Fatah regiert im Westjordanland.

Versuche, wieder eine einheitliche Regierung auf die Beine zu stellen, scheiterten immer wieder. Knackpunkte der Verhandlungen in Kairo waren die Kontrolle über die Waffen des bewaffneten Arms der Hamas und das Schicksal ihrer öffentlichen Bediensteten.

12 Oct 2017

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