taz.de -- Kritik an Venezuelas Präsident Maduro: Opposition ruft zu Generalstreik auf
Die Opposition will Präsident Maduro zur Aufgabe seiner geplanten Verfassungsreform zwingen. US-Präsident Trump droht Venezuela gleichzeitig mit Sanktionen.
Bild: Der oppositionelle Abgeordnete Freddy Guevara will weiter gegen Maduro protestieren
Caracas/Washingtondpa | Die venezolanische Opposition hat für Donnerstag zu einem Generalstreik aufgerufen. Mit dem 24-stündigen Ausstand solle Druck auf den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro ausgeübt werden, damit er seine Initiative einer Verfassungsreform aufgebe, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Parlaments, Freddy Guevara, am Montag (Ortszeit). US-Präsident Donald Trump drohte Maduro mit Wirtschaftssanktionen, falls dieser an seinen Reformplänen festhalte. Auch die Regierungen von Mexiko, Brasilien und Argentinien forderten Maduro auf, das Projekt der Verfassungsreform nach der Volksbefragung vom Sonntag fallenzulassen.
Die von den Gegnern Maduros geführte Nationalversammlung hatte zu einer Volksbefragung aufgerufen, um sich gegen die Verfassungsreform auszusprechen. Nach Angaben der Organisatoren nahmen 7,6 der knapp 19 Millionen Wahlberechtigten teil. Mehr als 98 Prozent von ihnen [1][stimmten gegen die Regierungspläne]. Die Abstimmung ist nicht bindend und wurde von der Regierung nicht anerkannt.
Der Oppositionspolitiker Guevara sagte, ein Festhalten an der Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung bedeute eine Vertiefung des politischen Konflikts in Venezuela. Maduro dagegen bekräftigte am Montag den Willen der Regierung, am 30. Juli die Wahl der verfassungsgebenden Versammlung durchzuführen. Die Opposition befürchtet, dass Maduro mit einer neuen Verfassung seine Macht zementieren und eine Diktatur in Venezuela errichten will.
US-Präsident Donald Trump warnte Maduro mit scharfen Worten davor, seine Macht auszubauen. „Die Vereinigten Staaten werden nicht tatenlos zusehen, während Venezuela zerfällt“, erklärte Trump in einer Mitteilung. „Wenn das Maduro-Regime am 30. Juli seine verfassungsgebende Versammlung durchsetzt, werden die Vereinigten Staaten rasche und deutliche ökonomische Maßnahmen ergreifen.“
Trump sagte, die Menschen in Venezuela hätten bei der Befragung am Sonntag deutlich gemacht, dass sie für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit stünden. „Aber ihre starken und mutigen Handlungen werden weiterhin von einem schlechten Führer ignoriert, der davon träumt, ein Diktator zu werden.“
18 Jul 2017
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Nicolás Maduro
Venezuela
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