taz.de -- Hamburg will Sportprojekte retten: Das Erbe von Nolympia
Olympia ist tot – es lebe der Sport. Senator Andy Grote kündigt neue Sportstätten und die Verbesserung der Sport-Infrastruktur in der Stadt an.
Bild: Soll in Francop auf einer eigenen Strecke möglich sein: der Mountain-Bike-Sport
Hamburgtaz | Was bleibt von den Plänen zur Olympiabewerbung und dem Plan, Hamburg darüber zur Sportmetropole zu entwickeln? „Am Kleinen Grasbrock nichts“, räumt Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD) ein. Die Flächen, auf denen das Olympia-Stadion und das Olympische Dorf entstehen sollten, bleiben Hafenflächen. Dafür will Hamburg an anderer Stelle „Impulse aus der Olympia-Bewerbung aufnehmen“ und konkret umsetzen: 26 Sport-Projekte, die insgesamt rund 50 Millionen Euro kosten werden, will die Stadt bis 2024 umsetzen. 60 Prozent der Förderung sollen dabei dem Breiten- und 40 Prozent dem Spitzensport zugute kommen. Grote spricht vom „positiven Erbe von Olympia“.
Ein „Masterplan Active City“, der vom Senat am Dienstag verabschiedet wurde, listet die verschiedenen Projekte auf. So soll etwa die für Olympia geplante Moutainbike-Strecke in Francop trotz des Olympia-Aus verwirklicht werden. Nichts wird hingegen aus der geplanten Olympia-Schwimmhalle. Dafür soll die abgetakelte Alsterschwimmhalle modernisiert und für internationale Schwimmwettkämpfe fit gemacht werden.
Andere Maßnahmen der „Sportentwicklungsstrategie“, wie Grote den Masterplan nennt, sollen den Breitensport fördern. So sollen in allen wichtigen Parks „Bewegungsinseln“ mit Trimmgeräten errichtet und zahlreiche Turnhallen nicht nur barrierefrei umgebaut, sondern auch so modernisiert oder erweitert werden, dass sie für den Vereinssport besser nutzbar sind.
Noch in diesem Jahr wird die behindertengerechte Erweiterung der Sporthalle der Eimsbüttler Julius-Leber-Schule auf den Weg gebracht, genauso wie der Einbau einer Zuschauertribüne in der Halle der Geschwister-Scholl-Schule in Altona. An den Gymnasien Ohlstedt und Hummelsbüttel sollen die Hallen für Hallenhockey umgebaut werden. Für diese Projekte sind Ausgaben von 688.000 Euro veranschlagt.
Grote will die Wirtschaft verpflichten
Mittelfristig ist daneben die Modernisierung der Regattastrecke auf der Dove-Elbe vorgesehen. Auch der Neubau einer Tribüne im Derbypark Flottbek steht auf der Projektliste. Für rund 3,5 Millionen Euro soll zudem das Dach der Radrennbahn in Stellingen erneuert werden. Den Abriss des Tennisstadions am Rothenbaum und den Bau eines neuen Mehrzweck-Sportparks wird die Stadt ebenfalls finanziell unterstützen.
Grote geht davon aus, dass die Stadt nicht die gesamten Kosten für alle Projekte aufbringen muss. Erst vergangene Woche hatte er die Hamburger Wirtschaft kritisiert, sie engagiere sich finanziell zu wenig für den Leistungssport. In diesem Jahr hatten der Eishockey-Bundesligist Hamburg Freezers und die HSV-Handballer wegen mangelnder Sponsoren ihren Erstliga-Spielbetrieb abmelden müssen.
Christiane Blömeke, sportpolitische Sprecherin der Grünen, lobt, „dass die vielen klugen Ideen rund um die Olympia-Bewerbung weiter genutzt werden“. Die FDP hingegen hadert mit sich selbst, wie sie den Masterplan finden soll. Sie geißelt ihn zeitgleich als „alten Wein in neuen Schläuchen“ und lobt, „dass nun endlich Bewegung“ in den Ausbau der Sportinfrastruktur komme.
23 Nov 2016
AUTOREN
Marco Carini
Schwerpunkt Olympische Spiele 2024
Andy Grote
Hamburg
Schwerpunkt Sport trotz Corona
Nolympia
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