taz.de -- Bombenalarm in Manchester: Viel Geschnüffel um nichts
Es handelt sich nur um eine vergessene Bombenattrappe: Ein verdächtiges Paket führte bei Manchester United zur Spielabsage.
Bild: Falscher Alarm
ManchesterAP | Ein verdächtiges Paket hat am Sonntag im Stadion von Manchester United für Aufregung gesorgt. Nach der Räumung des Stadions und einem Einsatz von Sprengstoffexperten entpuppte sich das Objekt als zurückgelassene Bombenattrappe. Bürgermeister Tony Lloyd sprach von einer Sicherheitspanne und einem „Fiasko.“
Wie die Polizei mitteilte, wurde der verdächtige Gegenstand im Stadion „Old Trafford“ in einer Ecke einer Tribüne von Mitarbeitern von Manchester United entdeckt. Die Erstliga-Partie gegen Bournemouth wurde verschoben, zehntausende Fans mussten das Stadion verlassen.
Bombenspezialisten der britischen Armee rückten an und brachten das Objekt kontrolliert zur Detonation. Stunden später berichteten die Experten, es habe sich um einen „unglaublich echt“ aussehenden Sprengsatz gehandelt, der aber „nicht funktionsfähig“ gewesen sei.
Später sprach der örtliche Vize-Polizeipräsident John O'Hare von einem „Übungsobjekt“, das versehentlich von einer Privatfirma im Stadion zurückgelassen worden sei. Zuvor habe es dort einen Test mit Sprengstoffspürhunden gegeben, sagte er weiter.
Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen
Das Old Trafford bietet Platz für mehr als 75.000 Zuschauer. Die Räumung war ohne Zwischenfälle verlaufen. Der Vorfall kam zu einer Zeit verschärfter Sicherheitsvorkehrungen in den Spielstätten der Premier-League-Teams. Hintergrund sind die Terroranschläge von Paris im vergangenen Jahr, bei dem neben Cafés, Bars und einer Konzerthalle auch das Stade de France ins Visier genommen worden war.
Manchesters Bürgermeister Lloyd zeigte sich verärgert über die Panne in Old Trafford. Es sei „ungeheuerlich“, dass es dazu kommen konnte, sagte er. Nun seien lückenlose Ermittlungen nötig, um herauszufinden, wie und warum dies passiert und wer dafür verantwortlich sei.
„Das Fiasko führte zu massiven Unannehmlichkeiten für die Fans, die von weit her kamen, um das Spiel zu sehen; es verschwendete die Zeit einer riesigen Zahl von Polizisten und der Bombenentschärfungseinheit der Armee und setzte Menschen unnötiger Gefahr aus“, klagte Lloyd.
16 May 2016
Manchester United
Premier League
ARTIKEL ZUM THEMA
Terrorwarnungen in Braunschweig: Die Zeit der Trittbrettfahrer
Die Anschlagsdrohung gegen mehrere Braunschweiger Schulen zeigt: Politik, Polizei und Medien stehen Internetwarnungen ziemlich machtlos gegenüber
Wagenburg soll weg: Bombenalarm zwecks Räumung
Die Bauwagengruppe „von Wägen“ in Hannover muss ein verwaistes Kasernengelände verlassen – die Immobilienverwaltung fürchtet Weltkriegsbomben. Hannovers Bürgermeisterin hält das für „sehr fragwürdig“.
Die Queen in Irland: Bombenalarm in Dublin
Höchste Sicherheitsstufe in Dublin. Mehrere IRA-Splittergruppen bezeichnen die Königin als legitimes Ziel. Potenzielle Störer wurden prophylaktisch weggesperrt.
Evakuierung: Bombenalarm in Lehrte
9.500 Menschen mussten am Sonntag das Zentrum der Kleinstadt verlassen. Im Untergrund waren zwei Fliegerbomben geortet worden. Eine Expedition in die Welt der Einsatzzentralen und Suppenküchen.