taz.de -- Menschenrechtler kritisieren Türkei: Grenzer töten syrische Flüchtlinge
Türkische Grenzwachen gehen mit Schusswaffen gegen Flüchtlinge aus Syrien vor, sagt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.
Bild: Syrische Flüchtlinge warten an einem türkischen Grenzkontrollpunkt
Istanbuldpa | Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat türkischen Grenzbeamten vorgeworfen, auf syrische Flüchtlinge zu schießen und sie zu misshandeln. Alleine im April und Mai seien drei Flüchtlinge – ein 15-jähriger Junge und zwei Schmuggler – getötet und 14 Menschen verletzt worden, heißt es in einem [2][am Dienstag veröffentlichten Bericht.] Die meisten Vorfälle hätten sich an der Grenze südlich der türkischen Stadt Antakya zugetragen.
Obwohl türkische Regierungsvertreter immer wieder beteuerten, Flüchtlinge aus Syrien mit offenen Armen zu empfangen, töteten und schlügen Grenzbeamte die Migranten, kritisierte HRW-Sprecher Gerry Simpson. Er nannte die Vorfälle „erschreckend“.
Die Grenze zwischen Syrien und der Türkei ist nach HRW Angaben seit August 2015 geschlossen. HRW forderte die türkische Regierung auf, die „exzessive Gewalt“ zu stoppen, die Vorfälle zu untersuchen und die Grenzen für Flüchtlinge wieder zu öffnen. Simpson kritisierte auch die EU. Deren Flüchtlingspolitik führe dazu, dass die Türkei Migranten abweise.
HRW und Amnesty International hatten der Türkei in der Vergangenheit zudem immer wieder vorgeworfen, Flüchtlinge zurück nach Syrien zu schicken. Die Regierung in Ankara bestreitet das.
10 May 2016
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[2] https://www.hrw.org/news/2016/05/10/turkey-border-guards-kill-and-injure-asylum-seekers
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