taz.de -- Nach Anschlag auf Sikh-Tempel in Essen: Kurzfristige weitere Festnahme
Die Polizei nimmt einen weiteren jungen Mann vorübergehend fest. Die Ermittler glauben, dass die bereits inhaftierten Jugendlichen nicht allein handelten.
Bild: Das Gebetshaus in Essen am Samstag
Essendpa | Die Ermittlungen zum Bombenanschlag auf ein Gebetshaus der Sikhs in Essen laufen weiter auf Hochtouren. Ein junger Mann, der am Donnerstagabend in Gewahrsam genommen worden war, ist wieder auf freiem Fuß. Er sei noch in der Nacht entlassen worden, sagte ein Sprecher der Essener Polizei am Freitag der Deutschen Presse-Agentur, nannte aber keine weiteren Details.
Zwei 16-Jährige sollen den Bombenanschlag auf das Gebetshaus der Sikhs in Essen verübt haben. Sie befinden sich in Untersuchungshaft. Ein Richter erließ am Donnerstag Haftbefehl gegen die beiden jungen Männer. Die Ermittler vermuten, dass die beiden unter Terrorverdacht stehenden Jugendlichen nicht allein für die Bombenexplosion verantwortlich sind.
Die beiden in Deutschland geborenen Jugendlichen sollen am Samstag nach einer indischen Hochzeit im Gebetshaus der Religionsgemeinschaft Sikh in Essen eine Bombe gezündet haben. Drei Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Über das Motiv der Tat wurde bislang nichts bekannt.
Dem Anschlag zum Trotz hält die Gemeinde an ihrer bereits seit Langem geplanten Prozession durch die Essener Innenstadt an diesem Samstag fest. Sie erwartet mehrere Tausend Teilnehmer. Bei der „Nagar Kirtan“ genannten Prozession wird die Heilige Schrift der Religionsgemeinschaft mitgeführt. Die Veranstaltung soll unter anderem die Gemeinde in der Öffentlichkeit bekannt machen.
22 Apr 2016
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