taz.de -- US-Außenminister John Kerry: Man muss sich schämen
John Kerry reist für die USA um die Welt und wird dabei auch nach dem Wahlkampf gefragt. Die Rhetorik findet er dann doch eher beschämend für sein Land.
Bild: Auch nicht so leicht, in Zeiten von Donald Trump Außenminister zu sein: John Kerry
Washingtondpa | US-Außenminister John Kerry findet die republikanische Rhetorik im Wahlkampf „beschämend für unser Land“. In einem [1][Interview des Senders CBS] am Sonntag wollte der Moderator von Kerry wissen, wie Menschen im Ausland darauf reagierten, dass sich Präsidentschaftsbewerber etwa für die Foltermethode Waterboarding und Einreiseverbote für Muslime im Kampf gegen den Terror stark machten.
„Überall wo ich hinkomme, bei jedem Treffen mit einer Führungsperson, werde ich gefragt, was in Amerika vor sich geht“, antwortete Kerry.
Seine Gesprächspartner seien regelrecht schockiert. „Sie wissen nicht, wohin das die Vereinigten Staaten von Amerika führt. Es bringt das Gleichgewichtsgefühl der Menschen durcheinander, was unsere Stabilität und Zuverlässigkeit betrifft.“
Kerry fuhr fort: „In einem gewissen Maß macht mir die Art, wie die Fragen gestellt werden, klar, dass das, was geschieht, beschämend für unser Land ist.“
28 Mar 2016
LINKS
[1] http://www.cbsnews.com/news/john-kerry-2016-campaign-trail-rhetoric-on-muslims-is-an-embarrassment/
USA
John Kerry
Donald Trump
Schwerpunkt USA unter Trump
ARTIKEL ZUM THEMA
Debatte US-Vorwahlen und Trump: Ritter der Saalschlachten
Das Verhältnis zwischen Donald Trump und den Republikanern ist gespalten. Das lässt Erinnerungen an die Weimarer Republik wachwerden.
US-Vorwahlen zur Präsidentschaft: Trump will Abtreibende bestrafen
Donald Trump denkt laut über Bestrafung für abtreibende Frauen nach. Zudem will er einen Atomwaffeneinsatz in Europa nicht ausschließen.
US-Vorwahlen zur Präsidentschaft: Trump will Rivalen nicht unterstützen
Trump will keinen anderen Kandidaten bei der US-Präsidentschaftswahl unterstützen. Dafür stellt er sich hinter seinen kritisierten Wahlkampfmanager.
Bernie Sanders im US-Vorwahlkampf: Ein Verlierer, der viel bewirken kann
Bernie Sanders wird die USA verändern – wenn er auch keineswegs ins Weiße Haus einzieht. Sein Erfolg legt eine ideologische Kluft offen.
US-Vorwahlen der Demokraten: Der Westen „feels the Bern“
Bernie Sanders schlägt Hillary Clinton in Alaska, Washington und Hawaii. Der Präsidentschaftskandidatur ist der damit nicht wirklich nähergekommen.
US-Reaktionen auf Terror in Brüssel: Trumps Angstmacherei
Nach den Anschlägen sieht sich Donald Trump in seiner Idee der geschlossenen Grenzen bestätigt. Hillary Clinton widerspricht seiner Ideologie.
Vorwahlen in den USA: Trump und Clinton holen sich Arizona
Die Favoriten bauen ihren Vorsprung bei den Primaries aus. Derweil fordern Cruz und Trump nach den Brüsseler Anschlägen stärkere Überwachung von Muslimen.
Kolumne Der rote Faden: Laut, hässlich, Trump
Donald Trumps Schreien eigene Schreie entgegenzusetzen, wäre weder klug noch wirksam. Welches Amerika wollen die Bürger?