taz.de -- Kolumne Ich meld mich: Der Preis ist heiß

Betrug! Die Fluggesellschaften verweisen auf die Vielfalt der Optionen und werben mit Spottpreisen, die völlig in die Irre führen.

Bild: Fernweh zum Spottpreis? Denkste!

Für internationale Flüge gilt ab dem 1. 3. 2016 weltweit flächendeckend ein neues Preisgefüge. Erfreulicherweise konnten dabei die Kosten für sämtliche Verbindungen auf 1 Euro gedrückt werden.

Die darüber hinaus anfallenden Beträge setzen sich wie folgt zusammen. (Beispiel Flug Hamburg–New York):

Flugpreis 1,00 Euro

Kerosinzuschlag 45,60 Euro

Luftfahrtsteuer 117,35 Euro

Flughafenentgelt 39,95 Euro

Bodenpersonal-Dienstantrittsgebühr (BPDA) 28,03 Euro

Begrüßungspauschale 15,50 Euro

Überflugrechte-Beteiligung (Sky-Use Share) 144,10 Euro

Pilotenversorgungsfixum 66,12 Euro

Bordmagazin-Druckkostenzuschuss 5,24 Euro

Rettungswesten-Vorhaltung 33,17 Euro

Mehrsprachendurchsagekosten 9,05 Euro

Notfallschulungs-Pauschale (NSP) 23,00 Euro

Nachtstrombeitrag gratis

(Einführungsrabatt endet am 29. 2. 2015. Danach 22,12 Euro

Wahlweise: Überweisung-, Barzahlungs- oder Kreditkartengebühr 25,00 Euro

Wahlweise: Schalter-, Internet- oder Automaten-Eincheckkosten 25,00 Euro

Corporate-Identification-Zuschlag, („Firmensoli“) 37,00 Euro

Enjoy Heavy Weather Charge

(„Turbulenz-Taler“) 15,00 Euro

High-View Addition 110,00 Euro

Happy Landing Fee (HLF) 167,00 Euro

Gesamt 929,23 Euro

Die Fluggesellschaften verweisen insbesondere auf die Vielzahl neu geschaffener Wahlmöglichkeiten, die es den Gästen erstmals erlaubt, ihre Flug- und Zahlungsmodalitäten vollkommen individuell zu gestalten.

Buchungsentscheidungen würden dem Kunden dadurch erleichtert, dass die Nebenkosten künftig erst nach erfolgter Buchung angezeigt würden.

Passagiere, die sich nicht mit den Details der Nebenkosten abgeben möchten, haben die Möglichkeit, diese in Form einer 3.000-Euro-Pauschale je nach Flugdistanz abzuführen.

30 Jan 2016

AUTOREN

Franz Lerchenmüller

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Flüge

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