taz.de -- Bomben auf Marktplatz: Rund 30 Tote bei Anschlag im Tschad
Auf einem Markt auf der Insel Koulfoua im Tschadsee explodierten drei Bomben. Rund 30 Menschen starben, 80 wurden verletzt. Wer dahintersteht, ist unklar.
Bild: Nigerianische Soldaten auf der Verfolgung von Boko-Haram-Kämpfern (Archivbild).
N‘Djamenartr | Bei einem Bombenanschlag im zentralafrikanischen Tschad sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Samstag etwa 30 Menschen getötet worden.
Drei Selbstmordattentäter hätten sich auf der Insel Koulfoua im Tschadsee während eines Markttages in die Luft gesprengt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von zwei Insidern. 80 Menschen seien verletzt worden. Wer hinter dem Attentat steckt, war zunächst nicht klar.
Zu Beginn des Jahres waren Tausende Menschen vor der radikal-islamischen Organisation Boko Haram auf die Insel geflohen. Allerdings war zunächst nicht bekannt, ob diese Menschen sich noch auf Koulfoua aufhielten.
Im Tschad kommt es immer wieder zu Anschlägen und anderen Gewaltakten der Boko Haram. So waren erst im Oktober 33 Menschen bei Selbstmordattentaten getötet worden. Auch damals waren ein Markt sowie ein Flüchtlingslager an der Grenze zu Nigeria Ziel der Gewaltaktionen. Boko Haram ist seit Jahren vor allem in Nigeria aktiv und kämpft im Nordosten des Landes für einen islamistischen Staat. Die Extremisten haben Tausende Menschen getötet und Millionen Einwohner vertrieben.
5 Dec 2015
Tschad
Boko Haram
Selbstmordanschlag
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