taz.de -- Männerfußball-Bundesliga, 3. Spieltag: Stuttgarts Abwehr nicht erstligareif

Das 1:4 gegen Frankfurt ist die dritte Niederlage des VfB Stuttgart. Köln dreht das Spiel und ist vorübergehend Zweiter. Ingolstadt gewinnt das kleine Bayern-Derby.

Bild: Gebrauchter Tag: Stuttgarts Torhüter Przemyslaw Tyton nach der roten Karte

BERLINdpa | Der VfB Stuttgart geht mit dem neuen Trainer Alexander Zorniger punktlos in die Länderspiel-Pause. Einen erneuten Dämpfer setzte es auch für den Hamburger SV, der unglücklich 1:2 in Köln unterlag. Weiter stark präsentieren sich die beiden Aufsteiger. Der FC Ingolstadt feierte mit dem 1:0 beim schwächelnden FC Augsburg seinen zweiten Sieg, Darmstadt 98 bleibt nach dem 0:0 gegen Hoffenheim ungeschlagen. Der FSV Mainz fertigte Hannover 96 verdient mit 3:0 ab.

Das Wiedersehen mit Armin Veh endete für die Stuttgarter mit der dritten Pleite im dritten Saisonspiel. Der Eintracht-Coach, einst VfB-Meistertrainer und im Vorjahr dort früh zurückgetreten, durfte sich besonders über die Effizienz seiner Schützlinge freuen. Ein Eigentor von Adam Hlousek (11. Minute), Luc Castaignos per Doppelpack (42./87.) und ein Elfmetertor von Haris Seferovic (69.) verdarben den Schwaben ihr 850. Bundesliga-Heimspiel gründlich. Daniel Didavis zwischenzeitlicher Ausgleich (30.) half nichts, zumal Torwart Przemyslaw Tyton Rot wegen einer Notbremse sah.

Ohne schlechte Nachrichten geht es beim Hamburger SV wohl nicht. Der frühere Nationaltorwart René Adler musste beim Spiel in Köln wegen einer Schulterverletzung früh ausgewechselt werden und fürchtet eine längere Pause. Vertreter Andreas Hirzel konnte bei seinem Bundesliga-Debüt die unglückliche Niederlage nicht verhindern. Philipp Hosiner (76.) glich die Führung von Hamburgs Spielmacher Lewis Holtby (47.) aus, ehe Anthony Modeste einen zweifelhaften Strafstoß zum Siegtor nutzte (79.). Emir Spahic sah zuvor Rot wegen einer Notbremse. Die Kölner mischen mit nun sieben Punkten weit oben mit.

Für Hannover hingegen deutet schon nach drei Spieltagen wieder alles auf Abstiegskampf hin. In Mainz lieferten die Niedersachsen eine ganz schwache Partie und taumeln mit nur einem Zähler in die Länderspiel-Pause. Für den hochverdienten Mainzer Erfolg sorgten Neuzugang Yoshinori Muto, der gleich zweimal traf (15./29.), und Yunus Malli (47.). Mit dem zweiten Saisonsieg machten die Rheinhessen endgültig den verpatzten Heim-Auftakt gegen Ingolstadt vergessen und verbuchten ihren 400. Punkt in der Bundesliga.

Aufsteiger fast unschlagbar

Apropos Ingolstadt: Noch nie hatte der FC Augsburg ein Duell gegen den bayerischen Rivalen Ingolstadt verloren. Ausgerechnet im ersten direkten Duell in der Bundesliga erwischte es den Europa-League-Starter. In einer lange zähen Partie setzte Mathew Leckie (63.) einen Klasse-Fernschuss ins Netz. Damit gewann Ingolstadt auch sein zweites Auswärtsspiel. Die Augsburger finden dagegen nach dem überragenden Vorjahr einfach nicht in die Spur und liegen mit nur einem Punkt klar unter Plan.

Darmstadt 98, der zweite Aufsteiger, bleibt auch nach drei Spielen in der ersten Liga ungeschlagen. Mit einer starken Abwehrleistung erkämpften die „Lilien“ das dritte Remis in Serie. Die Hoffenheimer waren zwar spielerisch klar besser, kamen aber kaum zu zwingenden Chancen. Den Gästen fehlten zumeist Ideen und Esprit, daran konnte auch der frühere Nationalstürmer Kevin Kuranyi nichts ändern.

Bereits am Freitagabend hatte der VfL Wolfsburg auch ohne die praktisch schon abgegebenen Kevin De Bruyne und Ivan Perisic in der Fußball-Bundesliga einen klaren Sieg gegen den FC Schalke 04 geschafft. Die Niedersachsen setzten sich im Freitagsspiel gegen den Club aus Gelsenkirchen mit 3:0 (1:0) durch. Bas Dost (17.), Ricardo Rodriguez (59./Foulelfmeter) und Timm Klose (61.) erzielten die Tore im Heimspiel und brachten die Wolfsburger für eine Nacht an die Bundesliga-Spitze. VfL-Manager Klaus Allofs stellte im Transfer-Poker mit Manchester City um De Bruyne eine „Lösung“ spätestens am Samstag in Aussicht. Perisic steht vor einem Wechsel zu Inter Mailand.

29 Aug 2015

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