taz.de -- 70 Jahre nach Atombombenabwurf: Weiter Tausende in Behandlung

Vor 70 Jahren warfen die USA Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Noch heute leiden Anwohner_innen an Folgen der Strahlung.

Bild: Am 5. August 1945 warfen die USA eine Atombombe auf Hiroshima, 140.000 Menschen starben.

Hiroshima/Genfdpa | 70 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki werden noch immer viele Überlebende wegen der langfristigen Folgen der Verstrahlung behandelt. Allein in den japanischen Krankenhäusern des Roten Kreuzes sind Tausende in Behandlung, zwei von drei Opfern sterben an Krebs, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Donnerstag anlässlich des 70. Jahrestages des Bombenabwurfs auf Hiroshima berichtete.

„Selbst nach so vielen Jahrzehnten sehen wir weiterhin die katastrophalen Gesundheitsfolgen der Nutzung von Nuklearwaffen bei diesen zwei Städten“, sagte IKRK-Präsident Peter Maurer.

„Was könnte es für ein überzeugenderes Argument für die vollständige Abschaffung von Nuklearwaffen geben, insbesondere da die meisten Bomben in den Arsenalen der atomar bewaffneten Staaten heute gewaltiger und zerstörischer sind?“

Heute gibt es demnach noch fast 200.000 Überlebende der Atombombenabwürfe der Amerikaner auf Hiroshima am 6. August 1945 und drei Tage später auf Nagasaki. Tausende von ihnen müssten auch in den kommenden Jahren wegen strahlenbedingter Gesundheitsschäden behandelt werden.

Auch jene Überlebenden, die körperlich gesund seien, litten heute noch unter den psychologischen Folgen der Bombardierungen.Das japanische Rote Kreuz betreibt in Hiroshima seit 1956 Krankenhäuser zur Behandlung von Opfern der Atombombe und seit 1969 auch in Nagasaki.

Die Atombombenabwürfe auf beide Großstädte waren der erste und bislang einzige Einsatz von Atomwaffen in einem Krieg.

6 Aug 2015

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