taz.de -- Meteoren über Berlin: Alles so schön schnuppe

In der Nacht zum Donnerstag soll der jährliche Sternschnuppenschauer der Perseiden seinen Höhepunkt erreichen. Die taz liefert alle Infos zu dem Naturspektakel.

Bild: Wer eine sieht, darf sich was wünschen!

Was leuchtet da eigentlich?

Die Antwort darauf ist leider profaner, als es der Kult um die funkelnden Streifen vermuten lassen würde: Sternschnuppen sind so etwas wie himmlischer Müll – im Falle der Perseiden die Staubspur, die ein Komet mit dem auch eher prosaischen Namen 109P/Swift-Tuttle im All hinterlassen hat. Jedes Jahr um den 12. August kreuzt die Erde diese Spur, die Staubkörner treffen mit großer Geschwindigkeit auf die Atmosphäre und bringen dadurch Luftmoleküle zum Leuchten – das ist er, der Sternschnuppenschauer. Seinen Namen hat er vom Sternbild Perseus, weil es aussieht, als würde der Sternschnuppenregen in dessen Mitte entspringen.

Wann ist die beste Zeit zum Sternschnuppengucken?

ExpertInnen empfehlen die zweite Nachthälfte, zwischen 2 Uhr und 4 Uhr morgens. Denn da erreicht der Schauer nicht nur sein Maximum mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde, sondern die Erde ist dann auch so gedreht, dass Europa in ihre Flugrichtung schaut. Dadurch sieht es aus, als kämen die Sternschnuppen direkt auf einen zu.

Wo lassen sich die Leuchtspuren am besten beobachten?

Überall dort, wo es dunkel ist und möglichst wenig städtische Lichtverschmutzung das Erlebnis beeinträchtigt. Nach Brandenburg rauszufahren lohnt sich auf jeden Fall. Besonders gut sind die Bedingungen etwa 80 Kilometer westlich von Berlin rund um das 160 Einwohner große Dorf Gülpe im Havelland: Der Naturpark Westhavelland wurde 2014 von der International Dark Sky Association (IDA) offiziell zum bundesweit ersten Sternenpark ernannt, weil es hier so dunkel wie nur an wenigen Orten weltweit wird. Vom Bahnhof in Rathenow gibt es eine Busverbindung. Weltweit gibt es 42 solcher von der IDA zertifizierten Sternenparks, mittlerweile auch zwei weitere in Deutschland.

Spielt der restliche Himmel mit?

Aller Voraussicht nach schon: In der Nacht zu Donnerstag soll es bei Temperaturen um die 22 Grad trocken bleiben, nur vereinzelt sollen Wolken die Sicht stören. Außerdem wird der Mond kaum in Konkurrenz zu den kleinen Leuchten treten: Am Freitag ist Neumond.

Wo kann ich mehr über Sternschnuppen erfahren?

Im Planetarium am Insulaner in Schöneberg gibt es noch den ganzen August über immer dienstags und donnerstags um 20 Uhr eine Veranstaltung, die alles Wissenswerte rund um die Perseiden, aber auch zu Sternschnuppen im Allgemeinen vermittelt. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Am22. August lockt dann die Lange Nacht der Astronomie auf das Tempelhofer Feld. Hobbyastronomen sind eingeladen, ihre eigenen Teleskope mitzubringen, für alle anderen werden die Planetarien und Sternwarten ihre Geräte zur Verfügung stellen. Auch ExpertInnen, die interessierten Besuchern Rede und Antwort stehen, werden vor Ort sein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Und wenn ich heute Nacht aus Versehen doch einschlafe?

Keine Sorge, es gibt in diesem Jahr noch weitere Gelegenheiten dazu, Sternschnuppen zu zählen und Wünsche in den Nachthimmel zu schicken: Auch in den nächsten Tagen sind die Perseiden noch zu sehen, und wer sie ganz verpasst, bekommt mit dem Schauer der Leoniden ab dem 17. November eine neue Chance – wenn auch nicht mehr bei 22 Grad.

12 Aug 2015

AUTOREN

Malene Gürgen

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Astronomie

Sommer

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