taz.de -- Grenzzaun zu Serbien errichtet: Ungarn macht zu

In Ungarn hat der Bau eines vier Meter hohen Zauns an der Grenze zum Nachbarland begonnen. Er soll auf 175 Kilometern für eine Abschottung sorgen.

Bild: Ein Bagger der ungarischen Armee bereitet das Gelände für den Zaunbau vor.

Budapestdpa/afp | Ungarn hat am Montag mit dem Bau eines umstrittenen Zaunes an der Grenze zum Nachbarland Serbien begonnen, der die illegale Einwanderung von Flüchtlingen verhindern soll.

Am Übergang Morahalom/Horgos auf ungarischer Seite, der zur serbischen Stadt Subotica führt, würden Soldaten einen vorerst 150 Meter langen „vorübergehenden Modellabschnitt“ des Zauns errichten, teilte das ungarische Innenministerium laut der staatlichen ungarischen Nachrichtenagentur MTI mit. Nach Plänen der rechtsnationalen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban soll der vier Meter hohe Zaun letztlich die gesamte 175 Kilometer lange serbisch-ungarische Grenze absperren.

Das erste 150 Meter lange Teilstück entstehe nahe der Ortschaft Morahalom rund 180 Kilometer südlich der Hauptstadt Budapest, teilten das Innen- und das Verteidigungsministerium mit.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren das Grenzzaun-Projekt, das eine seit Monaten laufende Propagandakampagne der Regierung gegen Einwanderer ergänzt. In diesem Jahr seien bereits 78 190 Menschen illegal eingewandert und davon allein 77 600 über die serbische Grenze gekommen, teilten Innen- und Verteidigungsministerium weiter mit.

Das sind fast doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr. Seit diesem Jahr hat sich der Anteil der aus den Krisengebieten im Nahen Osten kommenden Flüchtlinge drastisch auf etwa drei Viertel erhöht.

13 Jul 2015

TAGS

Ungarn

Grenzzaun

Schwerpunkt Flucht

Flüchtlinge

ARTIKEL ZUM THEMA

Ungarischer Premier zur Flüchtlingskrise: Gezielte Provokation

Viktor Orbán nennt die Flüchtlinge ein „deutsches Problem“ und erntet Empörung. In Brüssel kommt er mit seiner Verweigerungshaltung nicht weit.

Ungarischer Grenzzaun: Ab und zu geht das Tor auf

Ungarn versucht, Flüchtlingen den Weg nach Europa zu versperren. Wer aber durchkommt, wird mit einem Bus weiterbefördert.

Ungarns Grenzzaun gegen Flüchtlinge: Nur Rotwild bleibt hängen

Ungarn baut einen Zaun an der Grenze zu Serbien. Seitdem dies angekündigt wurde, reisen dreimal so viele Flüchtlinge ein wie zuvor.

Füchtlingspolitik in Ungarn: Aus den Städten verbannt

Ungarn verlegt Geflüchtete in urbane Randgebiete. Übergangsunterkünfte werden als Zeltlager eingerichtet, eines davon an der Grenze zu Serbien.

Ungarn gegen Flüchtlinge: Aktion an der Grenze

Die ungarische Regierung holt sich die Legitimation für eine Mauer gegen Flüchtlinge. Neonazis prahlen damit, Jagd auf diese zu machen.

Flüchtlinge in Europa: Die ungarische Mauer

Tausende Afghanen, Syrer und Nordafrikaner sind auf der Flucht. Spätestens an der serbisch-ungarischen Grenze ist für viele Schluss.

Flüchtlinge auf dem Westbalkan: Von Behörden misshandelt

In Mazedonien, Serbien und Ungarn werden Flüchtlinge Opfer behördlicher Willkür, sagt Amnesty International. Merkel müsse das auf ihrer Balkanreise thematisieren.

Asylrecht in Ungarn: Zaun an der Grenze zu Serbien

Das Parlament hat der Verschärfung des Asylrechts und der Errichtung eines Grenzzauns zugestimmt. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR kritisiert das.

Proxied content from gemini://taz.de/%215213043 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%215213043
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.