taz.de -- Gericht weist Klage zurück: Gema verliert gegen Youtube

Schon Jahre währt der Streit zwischen der Verwertungsgesellschaft und der Videoplattform. Nun zieht die Gema erst mal den Kürzeren.

Bild: Youtube darf inzwischen keine Videos mehr mit Verweis auf die Gema sperren. Der Streit geht trotzdem weiter.

Münchenrtr | In einem Schadenersatzprozess gegen Youtube ist der Musikrechteverwerter Gema vor dem Landgericht München unterlegen. Die Richter wiesen am Dienstag eine Klage der Gema gegen die Videoplattform des Suchmaschinenbetreibers Google ab, wie aus einem Gerichtsdokument hervorgeht. Nach Angaben beider Seiten veröffentlichte das Landgericht zunächst keine Begründung für das Urteil.

Die Gema, die die Urheberrechte von Komponisten, Textern und Musikverlegern vertritt, hatte von Youtube [1][Geld für Musikvideos gefordert]. Die Verwertungsgesellschaft verlangte 0,375 Cent für jeden Abruf bestimmter Musikvideos durch Internetnutzer. Auf der Grundlage von exemplarisch ausgewählten 1000 Titeln hatte die Gema einen Streitwert von rund 1,6 Millionen Euro errechnet.

Gegen das Urteil kann vor dem Oberlandesgericht München Berufung eingelegt werden. Eine Sprecherin der Gema kündigte an, die Gesellschaft werde ihr weiteres Vorgehen prüfen. Youtube forderte die Gema auf, den Konflikt in Verhandlungen zu lösen.

In den vergangenen Jahren waren Gespräche stets gescheitert, beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld. Die Gema und Youtube streiten [2][vor mehreren Gerichten darüber], ob und zu welchen Bedingungen die Internetplattform dem Rechteverwerter Geld für die Bereitstellung der Musikvideos zahlen muss, die von Internetnutzern hochgeladen werden. Am Mittwoch wird dazu auch eine Entscheidung des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg erwartet.

30 Jun 2015

[1] http://www.taz.de/!5095665/

[2] http://www.taz.de/!5047662/

TAGS

Schwerpunkt Urheberrecht

Schwerpunkt Urheberrecht

Gema

Youtube

Musikvideo

ARTIKEL ZUM THEMA

Einigung von Gema und Youtube: Musik für alle

YouTube und die Gema haben sich geeinigt und tausende Songs werden freigeschaltet. Aber wer braucht das noch?

Im Dauerstreit mit der Gema: Weiterer Etappensieg für YouTube

Auch das Oberlandesgericht München hat eine Schadenersatzklage der Gema abgelehnt. Ein Ende des Rechtsstreits ist damit aber noch lange nicht in Sicht.

Neue Mutterfirma für Suchmaschine: Google gehört jetzt zum Alphabet

Google soll unter das Dach einer neuen Mutterfirma schlüpfen. Die hochprofitable Kernsparte wird damit von riskanten Vorhaben wie Roboter-Autos entkoppelt.

Verhandlung am Bundesgerichtshof: Gericht tendiert zu Internetsperren

Bei Rechtsverletzungen im Netz müssen bald wohl auch Provider als „Störer“ haften – wenn die eigentlichen Verursacher nicht greifbar sind.

Youtube-Star LeFloid interviewt Merkel: Angela im „Neuland“

Um auch junge Deutsche zu erreichen, gibt die Kanzlerin dem Youtuber LeFloid ein Interview. Der bleibt trotz des prominenten Besuchs ganz lässig.

Gema-Sprecher über Fête de la Musique: „Uns sind da die Hände gebunden“

Die Berliner Fête de la Musique sieht wegen erhöhter Gema-Forderungen ihr Bestehen gefährdet. Das kann nicht sein, sagt Gema-Sprecher Franco Walther.

Gema über Zensurvorwurf: „Wir sperren keine Videos“

Livestreams vom Euromaidan sind auf Youtube gesperrt. Die Gema aber habe damit nichts zu tun, erklärt deren Sprecherin Ursula Goebel.

Gema versus Youtube: Krass rot

Vor Südsudan und Vatikan: Deutschland ist das Land mit den meisten gesperrten Youtube-Videos. Eine Agentur hat das mit Hilfe einer App visualisiert.

Gema gewinnt teilweise: Youtube ist eine „Störerin“

Die Gema hat sich vor Gericht teilweise gegen Youtube durchgesetzt. Künftig muss Youtube Videos löschen, die Urheberrechte verletzen.

Urteil zu Youtube und Gema erwartet: Was gesperrt werden muss

Youtube und die Verwertungsgesellschaft Gema streiten sich ums Abspielen von 12 Videos im Netz. Das Urteil am Nachmittag könnte große Auswirkungen haben.

Proxied content from gemini://taz.de/%215208574 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%215208574
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.