taz.de -- Folge des Korruptionsskandals: Interpol kündigt Partnerschaft mit Fifa

Wegen der aktuellen Probleme der Fifa legt Interpol den Vertrag um ein Integritätsprogramm im Sport auf Eis. Der Weltverband reagiert mit Enttäuschung.

Bild: Schiedsrichter bei der Arbeit

Lyondpa | Wegen der anhaltenden Korruptionsvorwürfe gegen die Fifa hat Interpol seine Partnerschaft mit dem Fußball-Weltverband aufgekündigt. Dies teilte die internationale Polizei-Organisation am Freitag in Lyon mit. Die Kooperation war im Mai 2011 ins Leben gerufen worden, um ein Integritätsprogramm im Sport zu starten.

Nach der Entscheidung durch Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock werde die Organisation den Vertrag vorerst auf Eis legen, hieß es. Die Entscheidung sei „im Lichte der augenblicklichen Situation um die Fifa getroffen worden“.

Mit Enttäuschung reagierte der Weltverband auf die Entscheidung. „Dieses erfolgreiche Programm steht in keinem Zusammenhang mit den gegenwärtigen Problemen der Fifa. Wir glauben, dass diese einseitig getroffene Entscheidung den Kampf gegen kriminelle Machenschaften negativ beeinflusst“, teilte die Fifain einer Stellungnahme mit. Der Weltverband hofft, die Zusammenarbeit so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu können.

Für eine Fifa-Spende von 20 Millionen Euro sollte Interpol zehn Jahre lang ein Integritätsprogramm durchführen. In der Vereinbarung mit der Fifaheißt es laut Interpol, dass „der Spender versichert, dass seine Aktivitäten mit den Prinzipien und Zielen von Interpol“ übereinstimmen.

12 Jun 2015

TAGS

Interpol

Fußball

Schwerpunkt Korruption

Fifa

Integrationsprogramm

Joseph Blatter

ARTIKEL ZUM THEMA

Korruption bei der Fifa: 53 Verdachtsfälle von Geldwäsche

Bei den WM-Vergaben gibt es womöglich einige Unregelmäßigkeiten. Die Schweizer Staatsanwaltschaft geht 53 möglichen Fällen von Geldwäsche nach.

Fifa-Skandal bei der Frauen-WM: Krise? Was für eine Krise?

Die Fifa lässt sich bei der WM von Funktionärinnen aus Burundi und den Turks- und Caicos-Inseln vertreten. Auch der DFB duckt sich lieber weg.

Folge des Korruptionsskandals: Fifa verschiebt Vergabe der WM 2026

Die Vergabe der Turniere an Russland und Katar steht in der Kritik, die nächste Vergabe wird nun verschoben. Und DFB-Chef Niersbach schreibt einen offenen Brief.

US-Justiz ermittelt gegen Ex-Fifa-Vize: Vermutlich Haiti-Hilfe unterschlagen

Jack Warner, der ehemalige Vizepräsident der Fifa, soll Spenden für die Erdbebenopfer in Haiti unterschlagen haben. Die USA wollen seine Auslieferung.

Die Wahrheit: „Mit eisernem Besen!“

Das Wahrheit-Interview: Ein Gespräch mit Hartmut El Kurdi, dem möglichen Nachfolger des zurückgetretenen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter.

Proxied content from gemini://taz.de/%215203778 (external content)

Gemini request details:

Original URL
gemini://taz.de/%215203778
Status code
Success
Meta
text/gemini;lang=de
Proxied by
kineto

Be advised that no attempt was made to verify the remote SSL certificate.