taz.de -- Malaysia beginnt Suche nach Flüchtlingen: Rettung angeordnet
Malaysia setzt die Marine ein, um nach Bootsflüchtlingen zu suchen und sie an Land zu bringen. Bis zu 7.000 Menschen sollen so gerettet werden.
Bild: Bislang halfen nur Privatleute: Indonesische Fischer retten Bootsflüchtlinge.
KUALA LUMPUR dpa/ap | Malaysia will sich jetzt aktiv um Tausende auf überfüllten Fischerbooten im Meer vermutete Flüchtlinge kümmern. „Wir sind angewiesen, nach Flüchtlingsbooten Ausschau zu halten, den Menschen Hilfe anzubieten und sie an Land zu bringen“, sagte ein hoher Vertreter der Marine. „Bislang haben unsere Schiffe nach meinen Informationen aber noch keine Boote gesichtet.“ Es ist das erste Mal, dass malaysische Schiffe angewiesen wurden, aktiv nach Flüchtlingsbooten zu suchen
Bei den Flüchtlingen handelt es sich überwiegend um muslimische Rohingya aus Myanmar. Sie sind vor Verfolgung aus ihrer Heimat geflüchtet. Menschenrechtler gehen davon aus, dass noch tausende auf Booten unterwegs sind. Sie treiben teils seit drei Monaten im Meer, weil alle Nachbarländer sie bislang abgewiesen haben. Fischer haben rund 2.000 in den vergangenen zwei Wochen gerettet. Sie sind in Malaysia und Indonesien in Auffanglagern.
Am Mittwoch hatten Malaysia und Indonesien eingewilligt, rund 7.000 Menschen vorübergehend aufzunehmen, unter der Bedingung, dass die internationale Gemeinschaft für sie innerhalb eines Jahres eine neue Heimat findet. Malaysias Außenminister Anifah Aman besucht am Donnerstag Myanmar, um weitere Gespräche über die Flüchtlingskrise in Südostasien zu führen.
Myanmar will die Flüchtlinge nicht akzeptieren. Die Regierung der einstigen Militärdiktatur steht auf den Standpunkt, dass es sich um illegale Migranten aus dem Nachbarland Bangladesch handelt. Dabei sind die Vorfahren der Rohingya teils schon seit 150 Jahren in dem heutigen Myanmar ansässig.
21 May 2015
Malaysia
Bootsflüchtlinge
Schwerpunkt Myanmar
Rohingya
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