taz.de -- Champions League: Werders "Holland-Fluch"

Schon sechs Spiele war Bremen ohne Sieg bei einem Spiel in den Niederlanden geblieben. Auch am Mittwoch bei Twente Enschede reichte es nur zu einem 1:1. Für Werder wird es nun eng.

Bild: Viel Kampf, wenig Kreativität: Twentes Wisgerhof (r.) im Zweikampf mit Almeida.

ENSCHEDE dpa | Ausgerechnet Marko Arnautovic hat Werder Bremen eine kleine Chance in der Champions League bewahrt. Nach dem 1:1 (0:0) bei Twente Enschede bleiben die Hanseaten weiter im Rennen um den Einzug ins Achtelfinale. Für die nach drei Spielen noch immer sieglosen Bremer ist allerdings ein Heimerfolg gegen den niederländischen Meister am 2. November Pflicht.

"Es war wichtig für uns, dass wir in der zweiten Halbzeit besser Fußball gespielt haben. Es war viel Gutes dabei", sagte Trainer Thomas Schaaf. Nach dem frühen Verletzungs-Aus von Torhüter Tim Wiese zeigte Werder im "Hexenkessel" von Enschede viel Moral.

Nach dem irregulären Führungstreffer von Theo Janssen (75.) aus Abseitsposition sorgte der nach einer Stunde eingewechselte ehemalige Twente-Profi Arnautovic (80.) für den umjubelten Ausgleich und erhielt Werder die Chance auf das Weiterkommen. "Es war schwer für mich, in mein altes Stadion zurückzukommen und so ausgepfiffen zu werden", sagte Arnautovic, der seinen Treffer trotzdem nicht bejubelte.

Es wäre mehr drin gewesen, doch die Gäste agierten vor 24.000 Zuschauern im Stadion De Grolsch Veste lange Zeit viel zu harmlos. Werder bleibt vor den letzten drei Vorrundenspielen gegen Twente, Inter Mailand (7 Punkte) und Tottenham Hotspur (4) mit zwei Punkten gleichauf mit den Niederländern Tabellenletzter in der Gruppe A.

Bei der unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen stattfindenden Partie rettete Ersatzkeeper Sebastian Mielitz kurz vor Schluss mit einer Glanzparade den wichtigen Punktgewinn. "Er hat seine Sache sehr gut gemacht", lobte Schaaf.

Nach der 0:4-Blamage beim Titelverteidiger Inter Mailand Ende September zeigte Werder viel mehr Stabilität. Auch die Verletzung Tim Wieses, der Torwart verletzte sich bei einer Abwehraktion ohne gegnerische Einwirkung am Knie und musste ausgewechselt werden, verkraftete das Team gut. "Das ist auf das Innenband gegangen. Ich hoffe, dass es nur gedehnt ist", sagte Wiese, der nicht mit einer schlimmeren Verletzung rechnet. "Mit dem Kreuzband ist alles ok."

Der 21-Jährige Mielitz, eigentlich nur die Nummer drei im Werder-Kader, kam zu seinem Champions-League-Debüt. Der etatmäßige Ersatzkeeper Christian Vander fehlt mit einer Schambeinentzündung. Mielitz, der zweimal in der Bundesliga und einmal in der Europa League im Bremer Tor stand, zeigte zunächst die eine oder andere Unsicherheit. "Es war sehr schwer für ihn", meinte Schaaf. Doch die Bremer kamen nach den ersten 45 Minuten ohne große Höhepunkte unbeschadet in Pause.

Bereits im Februar hatten sich beide Teams in der Europa League gegenüber gestanden - damals hatte es in beiden Spielen Tore gegeben. Werder war nach einer 0:1-Niederlage dank eines 4:1-Heimsiegs im Rückspiel weitergekommen. Claudio Pizarro war damals dreifacher Torschütze. Vielleicht stand der Peruaner auch deshalb erstmals nach seiner fast siebenwöchigen Verletzungszeit von Beginn an auf dem Feld.

Nach der Pause machte Werder endlich Druck. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff prüfte Wesley den Twente-Keeper, Sekunden später kam Pizarro einen Schritt zu spät. Dann kam Janssen, der schon beim Twente-Sieg vor acht Monaten das Heimtor erzielt hatte, ehe der ständig ausgepfiffene Arnautovic die Bremer rettete. Trotzdem blieb es dabei: Von den mittlerweile sieben Spielen in den Niederlanden hat Werder kein einziges gewinnen können.

21 Oct 2010

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