taz.de -- Flockendichte Winternacht: Gestrandet im Flughafen

In Frankfurt am Main musste jeder vierte Flieger am Boden bleiben. Zahlreiche Passagiere müssen in Flughäfen übernachten. In den nächsten Tagen wird es wieder wärmer.

Bild: Auf dem Düsseldorfer Airport wird ein Flugzeug enteist.

BERLIN dapd | Im vorweihnachtlichen Reiseverkehr ist weiterhin Geduld gefragt. Allein am Frankfurter Flughafen sollten am Montag wegen der Schneefälle voraussichtlich 340 von 1.362 Verbindungen gestrichen werden. Die Nacht zum Montag mussten rund 500 Passagiere auf Feldbetten im Terminal verbringen. Schnee und Eis führten auf den Straßen zu Hunderten von Unfällen, bei denen es offenbar zunächst meist bei Blechschäden blieb. Gebietsweise bleiben Straßen für Lkw gesperrt.

Am Frankfurter Flughafen wurden Start- und Landebahnen laut dem Betreiber Fraport frei von Schnee und Eis gehalten, sodass ein vergleichsweise normaler Betrieb möglich war. Die vielen Einschränkungen an europäischen Flughäfen würden sich aber auch in Frankfurt auswirken. Der Betrieb auf dem Londoner Flughafen Heathrow lief einen Tag nach den weitgehenden Sperrungen nur eingeschränkt.

Die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld rechneten durch die neuerlichen Schneefälle im Tagesverlauf mit rund 90 Flugausfällen. An den übrigen Flughäfen wurden wegen Problemen an ausländischen Airports Dutzende von Flügen gestrichen und Verspätungen erwartet. In München mussten erneut rund 150 gestrandete Passagiere im Flughafen auf Feldbetten übernachten. Trotz allem normalisierte sich die Lange an vielen Airports am Montag. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sprach sich dafür aus, das Nachtflugverbot an den Flughäfen wegen des Winterchaos teilweise aufzuheben.

Die Lage an den Flughäfen belastete auch am Montag den Bahnverkehr zusätzlich. Es musste laut Bahn weiterhin mit Verspätungen und Zugausfällen gerechnet werden. Besonders angespannt sei die Lage auf den Strecken Hamburg-München, Berlin-Ruhrgebiet und Köln-Frankfurt am Main.

Zumindest in niederen Lagen wird die weiße Pracht kurz vor Weihnachten abtauen. Schneetief "Petra" sorgt zu Wochenbeginn von Süden her fast bundesweit für Tauwetter, wie der Deutsche Wetterdienst am Montag in Offenbach mitteilte. Am Donnerstag verläuft die Frostgrenze bereits von der dänischen Küste bis ins südliche Vorpommern. Im Süden werden bei Föhn zum Teil über zehn Grad erreicht. Zum Weihnachtsfest erwarten die Meteorologen aber wieder kühlere Luftmassen aus Nordwest mit Dauerfrost, allerdings kaum noch Schnee.

20 Dec 2010

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