taz.de -- Sieben-Kilo-Meteorit erforscht: Der Mars macht mobil
Ein Stück vom Mars krachte im letzten Sommer auf Marokko. Das fanden nun US-Wissenschaftler heraus. Splitter werden für bis zu 1000 Dollar pro Gramm verkauft.
Bild: Teures Gefährt: Marokko kam viel günstiger an Marsgestein als mit einer Raumfahrtmission.
WASHINGTON afp | Ein am 18. Juli in die Erdatmosphäre eingetretener und in Marokko niedergegangener Meteorit stammte ursprünglich vom Mars. Dies Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung stellte am Mittwoch ein Forscherteam um den Kurator der Universität von New Mexico, Carl Agee, vor.
Die acht Wissenschaftler von der US-Gesellschaft für Meteoriten kamen demnach zu dem Schluss, dass die chemische Zusammensetzung der in Marokko gefundenen Meteoriten-Splitter mit den bisherigen Erkenntnissen über Bestandteile des Mars übereinstimmen.
Dem Fund in Marokko kommt erhebliche Bedeutung zu, weil erst in fünf Fällen der Einschlag von Meteoriten des Mars auf der Erde beobachtet wurde. Hinzu kommt, dass die Teile des Meteoriten bereits kurz nach der Landung auf der Erde geborgen wurden.
Die bekannt gewordenen Stücke wiegen zwischen einem und 987 Gramm. Sie wurden von Nomaden in einer Gegend rund 50 Kilometer ost-südöstlich von Tata gefunden und verkauft. Inzwischen zahlen Sammler pro Gramm zwischen 500 und 1000 Dollar.
Mehrere Zeugen beobachteten am 18. Juli gegen zwei Uhr morgens eine Feuerkugel über dem Drâa-Tal, östlich von Tata. Auch ein Überschall-Knall wurde wahrgenommen Ein ähnlicher Meteoriten-Einschlag vom Mars wurde 1962 in Nigeria beobachtet.
19 Jan 2012
ARTIKEL ZUM THEMA
Meteoriteneinschlag in Nicaragua: Besuch aus dem All
Zunächst war nur eine Explosion zu hören. Aus Angst vor einem Beben verließen Hunderte ihre Häuser. Der Brocken hinterließ einen 12 Meter breiten Krater nahe Managua.
Marssonden-Trümmer abgestürzt: 120 Millionen Euro versenkt
Teile der defekten russischen Marssonde Phobos-Grunt sind westlich zu Chile gehörenden Insel Wellington ins Meer gestürzt. Vorher wurde über einen Niedergang in Südeuropa spekuliert.
600 Lichtjahre entfernt: Erdähnlicher Planet entdeckt
Auf der Suche nach einer zweiten Erde ist das Weltraumteleskop Kepler fündig geworden. Die Entdeckung stützt die These, dass es in unserem Universum jede Menge Leben gibt.
Sojus-Rakete auf dem Weg zur ISS: Ende der Unglücksserie
Diesmal klappte der Start einer russischen Sojus-Rakete. An Bord sind zwei Russen und ein Amerikaner. Sie sollen bis März 2012 im Weltall bleiben.
Gefährlicher Weltraumschrott: Warten auf den Satelliten-Absturz
Der ausrangierte US-Forschungssatellit UARS wird Freitagabend auf die Erde stürzen. Der rund 5,6 Tonnen schwere Satellit wird nicht vollständig in der Atmosphäre verglühen.