taz.de -- Armenische Maschine durchsucht: Türkei stoppt Flugzeug nach Syrien

Erneut musste in der Türkei ein Flugzeug auf dem Weg nach Syrien landen. Die Behörden durchsuchten die Maschine. Sie soll Hilfsgüter an Bord haben.

Bild: Erhebliche Spannungen: In der vergangenen Woche wurde ein syrisches Flugzeug in der Türkei zur Landung gezwungen.

ISTANBUL afp | Die türkischen Behörden haben am Montag ein armenisches Flugzeug durchsucht, das auf dem Weg nach Syrien war. Die Maschine werde nach der Durchsuchung am Flughafen der ostanatolischen Erzurum ihre Reise in die nordsyrische Stadt Aleppo fortsetzen dürfen, wenn keine verdächtige Ladung gefunden werde, verlautete aus dem Außenministerium in Ankara. Das Flugzeug hat demnach humanitäre Hilfsgüter für das schwer umkämpfte Aleppo an Bord.

Auch von Seiten der armenischen Regierung in Eriwan hieß es, das Flugzeug habe humanitäre Fracht geladen. In ersten Meldungen war von einer Passagiermaschine die Rede gewesen; die Zeitung Hürriyet berichtete aber auf ihrer Internetseite, es handele sich um ein Frachtflugzeug.

Die Türkei habe dem armenischen Flugzeug erlaubt, auf dem Weg nach Syrien ihren Luftraum zu durchqueren, sagte ein Außenamtsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Bedingung sei aber die Durchsuchung des Flugzeugs gewesen. Die Maschine war nach Medienberichten wie das syrische Flugzeug in der vergangenen Woche von türkischen Kampfflugzeugen zur Landung gezwungen worden.

Die Zwangslandung des syrischen Passagierjets auf dem Weg von Moskau nach Damaskus am vergangenen Mittwoch hatte erhebliche Spannungen zwischen der Türkei und Syrien ausgelöst. Nach türkischen Regierungsangaben wurden an Bord der syrischen Maschine einige Rüstungsgüter für Damaskus gefunden; um was genau es sich handelte, ist bisher aber nicht bekannt. Nach russischen Medienberichten transportierte das syrische Flugzeug Ersatzteile für den Radar der syrischen Luftabwehr.

15 Oct 2012

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