taz.de -- Hochhauseinsturz in Bangladesch: Der Ingenieur warnte im Fernsehen
Der Ingenieur warnte im Fernsehen, das Gebäude sei nicht sicher, die angeordnete Evakuierung wurde jedoch nicht ausgeführt. Jetzt wurde der Ingenieur festgenommen.
Bild: Offiziell werden immer noch 149 Menschen vermisst, inoffizielle Schätzungen liegen deutlich höher.
DHAKA ap | Die Polizei in Bangladesch hat im Zusammenhang mit dem Einsturz des achtstöckigen Hochhauses einen Ingenieur festgenommen. Dem Mann werde Fahrlässigkeit vorgeworfen, teilte die Polizei am Freitag mit.
Den Angaben zufolge arbeitete er für [1][den ebenfalls festgenommenen Besitzer] des Gebäudes als Berater und war so in den Anbau von drei nicht genehmigten zusätzlichen Etagen involviert. Am 23. April hatte der Ingenieur im Fernsehen gewarnt, das Gebäude sei nicht sicher, woraufhin die Behörden eine Evakuierung anordneten, die nicht ausgeführt wurde. Am nächsten Tag stürzte das Hochhaus ein.
Laut Polizeiangaben bargen die Suchtrupps am Freitagmorgen weitere Leichen aus den Trümmern und die [2][Opferzahl] stieg auf mehr als 500 Menschen. Offiziell werden immer noch 149 Menschen vermisst, inoffizielle Schätzungen liegen deutlich höher.
Der Einsturz des achtstöckigen Hochhauses vergangene Woche, in dem [3][mehrere][4][Textilunternehmen] tätig waren, ist das schwerste Unglück in Bangladeschs Textilindustrie bislang.
3 May 2013
LINKS
[1] http://www.taz.de/Fabrikeinsturz-in-Bangladesch/!115339/
[2] http://www.taz.de/Textilfabriken-in-Bangladesch/!115441/
[3] http://www.taz.de/Billigmodekette-Primark-in-Bangladesch/!115343/
[4] http://www.taz.de/Brandkatastrophe-in-Bangladesch/!115616/
Bangladesch
Hauseinsturz
Textilfabrik
Unglück
ARTIKEL ZUM THEMA
Wieder Gebäudeeinsturz in Indien: Tote und zahlreiche Vermisste
Mehrere Menschen sind beim Einsturz zweier Häuser im Westen Indiens getötet worden. Erst vor wenigen Wochen waren in Mumbai zwei Häuser zusammengefallen.
Fabrikeinsturz in Bangladesch: Retter finden Überlebende
17 Tage nach dem Fabrikeinsturz in Bangladesch haben Rettungskräfte eine Überlebende gefunden. Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf über 1.000.
Kommentar Bangladesch: Zieht sie zur Rechenschaft!
Die Hinterbliebenen der Opfer und die Überlebenden der Fabrikeinstürze in Bangladesch kriegen viel zu wenig Geld. Und die Regierung deckt die Verantwortlichen.
Kommentar Bangladesch: Spielball der Parteien
Es ist überraschend, dass die Islamisten soviele Menschen auf die Straße bringen konnten. Doch, dass sie in naher Zukunft die Macht übernehmen, ist unwahrscheinlich.
Brandkatastrophe in Bangladesch: Kik-Textilien in Ruinen
Laut der „Kampagne für Saubere Kleidung“ hat der Textildiscounter Kik in dem eingestürzten Gebäude in Bangladesch nähen lassen. Die Firma prüft die Vorwürfe.
Textilfabriken in Bangladesch: Erste Schritte zur Entschädigung
Erste Textilketten haben den Opfern des Gebäudeeinsturzes Hilfe zugesagt. Für die gäbe es Regeln. Halten sie sich daran?
FDP-Politiker über Unglück in Bangladesh: „Der öffentliche Druck muss steigen“
Der Menschenrechtsbeauftragte Markus Löning sieht bei den deutschen Textilfirmen Versäumnisse. Die Nachfrage nach Billigkleidung durch die Verbraucher trage dazu bei.
Kommentar Katastrophe in Bangladesch: Korrupte, Kettenläden und Konsumenten
Nicht nur die Handelsketten wollen in Bangladesch möglichst billige Ware einkaufen, sondern auch die Verbraucher hierzulande.