taz.de -- was fehlt ...: ... Schwanzlose Schweine

Gute Nachrichten für Niedersachsens Schweine. Wenn alles gut läuft, dürften sie künftig wieder mit süßen Ringelschwänzen in engen Käfigen eingesperrt sein. Denn das Land zahlt künftig Schweinemästern eine Prämie, wenn sie auf das Schwanzkürzen der Tiere verzichten. Diese Amputationen werden bisher vorgenommen, um zu verhindern, dass Schweine sich aus Langeweile in engen Ställen gegenseitig die Schwänze anfressen.

„Die Ringelschwanz-Prämie wird bundesweit eine Premiere sein“, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) laut einer Mitteilung seines Hauses vom Donnerstag. Das Schwanzkürzen ist zwar eigentlich durch eine EU-Richtlinie verboten, in Deutschland aber bisher durch Ausnahmegenehmigungen dennoch erlaubt.

Nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer sei pro Tiere eine Prämie von 16 bis 18 Euro denkbar, teilte das Ministerium mit. Damit sollen die finanziellen Mehraufwendungen für die Halter ausgeglichen werden, etwa weil sie den Tieren in den Ställen mehr Platz bieten, sie auf Stroh halten oder Beschäftigungsmaterial einsetzen.

„Es geht nicht allein um einen Verzicht auf das Kupieren“, erläuterte der Minister. „Wir prüfen, ob sich das Tierwohl verbessert hat. Haben mehr als 30 Prozent der Tiere Verletzungen, wird auch für die gesunden Tiere keine Prämie gezahlt.“ (dpa)

19 Jun 2014

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