taz.de -- Bundesamt für Migration besetzt: Die Flüchtlinge geben nicht auf
Die Polizei hat 80 Asylbewerber vom Gelände des Flüchtlingsamtes in Nürnberg geräumt. Sie forderten die Anerkennung ihrer Asylanträge.
Bild: Die Flüchtlinge hatten Transparente mit ihren Forderungen aufgehängt
NÜRNBERG dpa | Die Polizei hat am Freitagmorgen damit begonnen, das von rund 80 Asylbewerbern besetzte Gelände des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg zu räumen.
Nach Angaben eines Bundesamts-Sprechers wurden zunächst Platzverweise erteilt. Nachdem diese keine Wirkung erzielt hätten, habe die Polizei mit der Räumung begonnen. Die Flüchtlinge hätten dabei „Gegenwehr“ gezeigt.
Die Asylbewerber waren am Donnerstagabend auf das Gelände vorgedrungen. Sie fordern nach einer vom Flüchtlingsrat Bayern verbreiteten Erklärung die Anerkennung ihrer Asylanträge. Am Morgen demonstrierten rund 20 Unterstützer vor dem Gebäude.
Die Flüchtlinge verlangen auch ein Gespräch mit dem Präsidenten des Bundesamtes. Entgegen erster Berichte habe die Behörde die Überprüfung der Fälle aber nicht zugesagt, sagte Alexander Thal vom Flüchtlingsrat. Die Flüchtlinge kündigten an, am Freitag in den Hungerstreik zu treten, wenn sie keine Antwort bekämen.
4 Jul 2014
Flüchtlinge
Asyl
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Besetzung
Hungerstreik
ARTIKEL ZUM THEMA
Füchtlingsprotest am Brandenburger Tor: Hungerstreikende geräumt
Sie durften nur einen Tag lang protestieren: Am Freitagnachmittag beendete die Polizei teilweise rabiat den Hungerstreik von 40 Menschen in Berlin.
Kolumne Liebeserklärung an ...: ... Märchen
Wundersame Begebenheiten spielen sich ab in der deutschen Hauptstadt: Flüchtlinge sind Menschen. Und die Nation hört zu.
Flüchtlingsschule in Kreuzberg: „Wir sind fast verrückt geworden“
Für die Flüchtlinge war die Belagerung der Schule durch die Polizei eine Extremsituation, erzählt eine von ihnen, Mai M. aus dem Sudan.
Ehemalige Schule in Kreuzberg: Flüchtlinge machen die Grenzen dicht
Die Flüchtlinge wollen selbst entscheiden, wen sie in die Schule lassen. Vor unkontrolliertem Zuzug schützen gesicherte Fenster, verschließbare Türen und die Polizei.
Anwältin über Flüchtlingskompromiss: „Es ging oft um Scheinangebote“
Berenice Böhlo war für die Flüchtlinge bei den Verhandlungen in Kreuzberg dabei. Die Wortbrüche des Senats hätten viel Vertrauen zerstört, sagt sie.
Kommentar Flüchtlingspolitik Grüne Berlin: Am eigenen Anspruch gescheitert
Ohne Unterlass betonen die Grünen ihre Unterstützung für die Ziele der Flüchtlinge. Letztlich fehlt ihnen aber der Mut, die Konsequenzen daraus zu ziehen.