taz.de -- CCC-Kongress in Hamburg: Der 31C3 in dreieinhalb Minuten
Was bleibt vom Kongress des Chaos Computer Club? Toiletten, Überwachung und weiße Männer, Mate trinkend: Ein Überblick für Eilige.
Bild: Das Hamburger CCH hat ein drittes C bekommen
HAMBURG taz | Man spricht über Klos. Auf Twitter gibt es viele Beschwerden, dass es kein WLAN auf der Toilette gebe. Die „Bitte wascht eure Hände“, die bis zu sechs Mal pro Toilette hängen, sind beim Mittagstisch Gesprächsthema. Und in den offiziellen Veranstaltungen bei denen jeweils bis zu 3.500 Menschen in einen Saal passten, spricht man erstaunlich oft über die Internetseite 4chan, die als „der Arsch des Internets" gilt.
Der 31. Chaos Communication Congress geht zu Ende. Für den Chaos Computer Club ein erfolgreicher Kongress. Denn was aber bleibt, ist nicht der Toilettentalk, sondern wohl ein neuer Besucherrekord, viele Neueintritte in den Hackerclub und die Erkenntnis, dass es gegen staatliche und kommerzielle Überwachung zu kämpfen gilt.
Der [1][Kongress zeigte unter anderem], welche Kommunikationsmethoden wohl weiterhin von der NSA unknackbar sind, nämlich PGP und OTR, dass das [2][G3-Handynetz nicht mehr als sicher gilt], dass [3][Google der weltweit größte Tracker] auf Webseiten ist und warum [4][vor Windows 8 „gewarnt wird"]. Dieses fiel nämlich zuletzt mit etlichen Meldungen über Sicherheitsproblemen auf.
Zum Ende des Kongresses [5][warf der IT-Rechtler Walter van Holst der Szene vor], sich nicht an die eigene Hackerethik zu halten. Er [6][sprach über den Fokus auf einzelne Personen] und darüber, dass diese sich aufführten wie Rockstars. Es solle mehr nach der Devise gehen: „Be excellent to each other“. Zudem kritisierte er die fehlende Vielfalt der Hackerszene, die zu großen Teilen aus Akademiker der höheren Mittelklasse besteht, weiß, männlich, Mate trinkend.
30 Dec 2014
LINKS
[1] http://www.taz.de/CCC-Kongress-31C3-in-Hamburg/!151986/
[2] http://www.taz.de/CCC-Kongress-31C3-in-Hamburg/!151889/
[3] http://media.ccc.de/browse/congress/2014/31c3_-_6299_-_en_-_saal_2_-_201412292200_-_trackography_-_maria_xynou_-_claudio_vecna.html#video
[4] http://media.ccc.de/browse/congress/2014/31c3_-_6294_-_de_-_saal_1_-_201412281815_-_vor_windows_8_wird_gewarnt_-_ruedi.html#video
[5] http://media.ccc.de/browse/congress/2014/31c3_-_6205_-_en_-_saal_1_-_201412292330_-_infocalypse_now_p0wning_stuff_is_not_enough_-_walter_van_holst.html#video
[6] http://www.taz.de/Kommentar-CCC-Kongress-/!151918/
AUTOREN
Svenja Bednarczyk
Hacking
Schwerpunkt Chaos Computer Club
31C3
ARTIKEL ZUM THEMA
CCC-Kongress 31C3 in Hamburg: Kuscheln auf dem Teppich
Die 10.000 Kongressbesucher rücken zusammen. Sie feiern Jacob Appelbaum und Edward Snowden, stoßen sich am „Unsichtbaren Komitee“ und flirten.
Sicherheitslücken im Mobilnetz: Dieser Anschluss ist schon geortet
Nicht nur Hacker können Mobilfunkgeräte orten und abhören. Tracking ist auch für Privatpersonen und Kriminelle ein Leichtes.
Kommentar CCC-Kongress: Snowden muss weg
Die Fokussierung auf den Whistleblower schadet dem Kampf gegen die Überwachung. Der Hackerclub muss sich Neuem zuwenden.
Kongress des Chaos Computer Clubs: Zehntausend Autonome
Über 10.000 Menschen treffen sich auf dem 31C3 – dem größten Autonomen-Kongress der Republik. Hier ist der Ort um über Selbstbestimmung zu reden.
CCC-Kongress 31C3 in Hamburg: Mit dem Denken aufhören
Beim Treffen des CCC geht es um Privatsphäre: Man sorgt sich um Fotos, Kameras und Spiegel. Aber es darf auch mal abgeschaltet werden.