taz.de -- Gewalt in Bangladesch: Atheistischer Blogger getötet
Ein islamkritischer Blogger wurde mit Macheten angegriffen und starb. Kein Einzelfall. Radikale Islamisten fordern immer wieder, Blogger wegen Gotteslästerung hinzurichten.
Bild: Avijit Roy, der für den gleichen religionskritischen Blog schrieb, wurde im Februar ermordet.
DHAKA afp | Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr ist in Bangladesch ein atheistischer Blogger ermordet worden. Ananta Bijoy Das wurde am Dienstag in Sylhet nördlich der Hauptstadt Dhaka von Maskierten mit Macheten angegriffen und getötet, wie Polizeichef Faisal Mahmud sagte.
Nach Angaben des bangladeschischen Bloggerverbands hatte der Autor für das Blog [1][Mukto-Mona] geschrieben, das sich in dem mehrheitlich muslimischen Land kritisch mit dem Islam auseinandersetzt.
Der Gründer des Blogs, Avijit Roy, war Ende Februar ebenfalls [2][ermordet worden]. Roy, der auch die US-Staatsbürgerschaft besaß, wurde bei der Rückkehr von einer Buchmesse in Dhaka mit Macheten angegriffen. Er erlitt tödliche Kopfverletzungen, seine Ehefrau Rafida Ahmed wurde bei dem Angriff schwer verletzt und verlor einen Finger.
Einen Monat später wurde der Blogger Washiqur Rahman wenige hundert Meter von seinem Haus in Dhaka entfernt ebenfalls mit großen Messern angegriffen und getötet.
Im Jahr 2013 war in Bangladesch bereits der atheistische Blogger Ahmed Rajib Haider von einer kleinen Islamistengruppe ermordet worden. Sein Tod trieb damals zehntausende Menschen zu Protesten auf die Straßen. Zugleich forderten radikale Islamisten, atheistische Blogger wegen Gotteslästerung hinzurichten. Die Regierung von Ministerpräsidentin Sheikh Hasina ließ daraufhin vier Blogger festnehmen und ein Dutzend Websites und Blogs blockieren, um dem Zorn der Islamisten zu begegnen. Zugleich verstärkte sie die Sicherheitsvorkehrungen für die Blogger.
12 May 2015
LINKS
[1] http://enblog.mukto-mona.com/
[2] http://www.taz.de/Gewalt-in-Bangladesch/!155472/
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